Die Über-drüber-Öko-Hütte

    23. Oktober 2003, 12:58
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    Wandertipp: Ein neues Ausflugsziel beim zweithöchsten Gipfel des Wienerwaldes

    Vor rund 50 Jahren kauften die Naturfreunde auf dem Gföhlberg eine Wiese, um nahe dem zweithöchsten Gipfel des Wienerwaldes eine Schutzhütte zu errichten. Zum Bau kam es aus finanziellen Gründen aber erst heuer. Aus der Wiese ist durch Anflug inzwischen ein Wald geworden, der eine viel größere Vielfalt an Baumarten aufweist als die umliegenden Forste. In dieser ökologisch intakten Umgebung schuf man ein Öko-Schutzhaus, wie es im Büchl steht.

    Die benötigten 125 Festmeter Holz schlug man im eigenen Wald, und zwar knapp vor Weihnachten bei zunehmendem Mond, weil dies angeblich eine besonders gute Haltbarkeit garantiert, der Anstrich erfolgte ohne Chemie mit natürlichen Farbstoffen, für die Wärmedämmung nahm man Schafwolle. Geheizt wird mit Holz, eine Fotovoltaik sorgt umweltfreundlich für die elektrische Energie. Raucher müssen ihrer Sucht im Freien frönen.

    Die Aussicht, derentwegen man den Platz gewählt hatte, gibt es durch den Wald zwar nicht mehr, doch nahe der Hütte hat man von einer freien Fläche eine grandiose Sicht bis zu Schneeberg, Rax und Ötscher und natürlich zu vielen Erhebungen des Wienerwaldes und der Voralpen.

    Damit hat der Zweithöchste neben dem bekannten Schöpfl eine Attraktion, die zu einem Besuch einlädt. Leider existiert die einstige Aussichtswarte auf dem Gipfel, den ein Steinmandl kennzeichnet, schon lange nicht mehr, angeblich unternimmt man aber Anstrengungen, auch diesen Mangel zu beheben.

    Am schnellsten kommt man zur Gföhlberghütte von der Klammhöhe oder von Gföhl, lohnender ist aber eine Rundtour, die in der Bernau bei Hainfeld beginnt und auch im Winter bei geringer Schneelage begangen werden kann.

    Die Route: Bei der kleinen Kapelle in der Bernau beginnt die rote Markierung, die über den Steinberg zur Höhe führt. Man gelangt auf einen Rücken, von dem rechts der Weg zur neuen Gföhlberghütte abzweigt. Gehzeit 1½ Stunden.

    Man geht ein kurzes Stück zurück und folgt weiter der roten Markierung - der Gipfel liegt ein paar Meter abseits des Weges - bis zur blauen Markierung, auf der man nach Gföhl absteigt. Gehzeit ab Hütte eine Dreiviertelstunde. Nun schwenkt man nach links auf die grüne Markierung ein, die über den Oberen und Unteren Holzhof zurück in die Bernau führt. Ab Gföhl 1¼ Stunden. (DER STANDARD, printausgabe vom 23.10.2003)

    Von
    Bernd Orfer

    Gesamtgehzeit 3½ Stunden, Höhenunterschied ca. 500 m. Gföhlberghütte Sa ab Mittag, So/Fei ganztägig geöffnet. Bundesamtskarte 1:25.000 oder 1:50.000 Blatt 56 (St. Pöl- ten); Freytag & Berndt Wienerwald Atlas, Maßstab 1:50.000

    • Das Öko-Schutzhaus
      www.naturfreunde.at

      Das Öko-Schutzhaus

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