USA besorgt über "Eskalation der Ereignisse"

28. Oktober 2003, 12:45
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Botschafter: Verdacht eines selektiven Vorgehens der russischen Justiz

Moskau - Die USA haben sich besorgt über die Verhaftung des Vorstandsvorsitzenden des russischen Ölkonzerns Yukos, Michail Chodorkowski, geäußert. "Ich denke, dass nach diesen Ereignissen die Zweifel bei ausländischen Unternehmen wachsen, die auf dem russischen Markt arbeiten, sowie bei möglichen Investoren", sagte der US-Botschafter in Russland, Alexander Vershbow, am Montag in Moskau. Yukos steht nach Medienberichten in Fusionsgesprächen mit US-Konzernen und soll sich am geplanten Erdölexport in die USA beteiligen.

Selektives Vorgehen der Justiz

Washington sei besorgt über die "Eskalation der Spannungen im Umfeld des Yukos-Konzerns", betonte Vershbow nach Angaben der Agentur Interfax. Es bestehe der Verdacht, dass die russische Justiz selektiv vorgehe. Chodorkowski war am Samstag verhaftet worden. Dem Milliardär werden Betrug, Unterschlagung und Steuerhinterziehung angelastet.

Nach Einschätzung der Ratingagentur Standard & Poors hat die Verhaftung Chodorkowskis keinen Einfluss auf das Rating von Yukos. In Russland blieben politische und juristische Strukturen häufig undurchschaubar und unvorhersehbar. Dieses Risiko sei bereits in die Wertung eingegangen, teilte die Agentur in Moskau mit. (APA/dpa)

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