Micunovic und Nikolic Spitzenkandidaten für serbisches Präsidentenamt

28. Oktober 2003, 11:06
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JUL-Parteichefin Markovic nicht im Rennen - Erneut geringes Intresse an den Wahlen prognostiziert

Belgrad - Der serbisch-montenegrinische Parlamentspräsident Dragoljub Micunovic und der stellvertretende Chef der ultranationalistischen Serbischen Radikalen Partei, Tomislav Nikolic, sind die Spitzenkandidaten für das Präsidentenamt in Serbien.

Außer Micunovic und Nikolic hat keiner der anderen Präsidentschaftskandidaten wirkliche Erfolgsaussichten. Die neokommunistische JUL-Partei hat auf ihre Absicht, für das Präsidentenamt mit Parteichefin Mira Markovic zu kandidieren, im letzten Augenblick verzichtet. Anstatt von Markovic, die sich seit Ende Februar in Russland aufhält und von der serbischen Polizei wegen Amtsmissbrauch aber auch im Zusammenhang mit der Ermordung des ehemaligen serbischen Präsidenten Ivan Stambolic gesucht wird, kandidierte bis jetzt kaum ein bekannter Parteifunktionär.

Geringes Interesse

Das geringe Wahlinteresse dürfte dazu führen, dass die Präsidentenwahl auch heuer erfolglos verläuft. Am ersten Urnengang muss sich laut Gesetz mindestens die Hälfte der Wahlberechtigten beteiligen. An der niedrigen Wahlbeteiligung waren im Vorjahr zwei Präsidentschaftswahlen gescheitert. Die Regierungskoalition dürfte auch wegen der Tatsache nicht gerade an einem erfolgreichen Ablauf der Wahlen interessiert sein, da auf Grund des bisherigen Wahlkampfes der ultranationalistische Präsidentschaftskandidat Nikolic zur Zeit deutlich in Führung zu stehen scheint. (APA)

Die Wahl findet am 16. November statt. Am Sonntagabend lief die Frist für die Anmeldung zur Präsidentschaftskandidatur ab. Die Wahlkommission bestätigte bis jetzt fünf Kandidaturen, über zwei weitere soll die Entscheidung heute gefällt werden.
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