Afghanische Regierung bestreitet Taliban-Herrschaft im Süden

28. Oktober 2003, 08:14
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Kabul sieht entsprechenden UNO-Bericht als übertrieben an

Kabul - Die afghanische Regierung hat die in einem UNO-Bericht beschriebene Machtübernahme der Taliban in einigen südlichen Landesteilen als "übertrieben" zurückgewiesen. Zwar sei die Sicherheitslage "nicht befriedigend" und terroristische Angriffe und illegale Grenzüberschreitungen blieben "die wichtigsten Ursachen für die Unsicherheit in bestimmten Landesteilen", hieß es in einer am Sonntag in Kabul veröffentlichten Erklärung der Präsidentschaft. Aber die Ausmaße und Folgen dürften nicht übertrieben dargestellt werden. Während die Befürchtungen der UNO richtig seien, sei die Analyse der Situation "falsch".

UNO-Vize-Generalsekretär Jean-Marie Guehenno hatte am Freitag dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen einen Bericht zur Lage in Afghanistan vorgelegt, in dem vor einem Wiedererstarken der radikalislamischen Taliban gewarnt wird. Demnach kontrollieren die vor rund zwei Jahren von den USA entmachteten Taliban inzwischen wieder bestimmte Grenzgebiete Afghanistans. Guehenno kündigte an, dass die UNO in diesen Regionen angesichts der Gefahr für ihre Mitarbeiter ihre Hilfseinsätze aussetze. (APA)

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