Längste Flaute in Italien seit 50 Jahren

28. Oktober 2003, 19:09
posten

Opposition kritisiert Regierung Berlusconi und fordert den Rücktritt des Wirtschaftsministers

Rom - Italien erlebt die längste Phase wirtschaftlicher Flaute seit einem halben Jahrhundert. Dies betonte am Samstag der Vize-Generalsdirektor der italienischen Notenbank, Pierluigi Ciocca, bei einem Wirtschaftsseminar in der süditalienischen Stadt Salermo.

Seit dem ersten Quartal 2001 sei die italienische Wirtschaft de facto nicht mehr gewachsen. Die Gefahr, dass das Land in eine Stagnationsphase schlittere, sei konkret, meinte Ciocca. Der Vize-Generalsdirektor der Notenbank warnte vor der schwindenden Konkurrenzfähigkeit der italienischen Unternehmen im Ausland. "Die Grenzen des italienischen Exports liegen in den hohen Preisen, in den Schwierigkeiten, sich an neue Marktbedingungen anzupassen, und die Produkte zu erneuern", so Ciocca.

Konkurrenz "immer aggressiver"

Die Konkurrenz von Entwicklungsländern wie China und Indien sei immer aggressiver, warnte die "Nummer Zwei" der Notenbank. Die Worte Cioccas lösten heftige Debatten aus. "Italien steckt in einer Stagnationsphase", warnten die Experten der oppositionellen Mitte-Links-Allianz, die das Kabinett von Silvio Berlusconi zur Ergreifung von Wirtschaft anregenden Maßnahmen aufriefen.

Die wirtschaftliche Linie der Regierung Berlusconi sei gescheitert, Wirtschaftsminister Giulio Tremonti sollte die Konsequenzen seiner eklatanten Fehler ziehen und zurücktreten, verlangten Vertreter der Opposition. (DER STANDARD Printausgabe, 27.10.2003, APA)

Share if you care.