Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem ehrt Hans von Dohnanyi

29. Oktober 2003, 19:33
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Vater von Berliner Ex-Bürgermeister Klaus und Dirigent Christoph von Dohnany kämpfte gegen die Nazis und wurde im April 1945 hingerichtet

Jerusalem - Die israelische Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem hat den von den Nazis hingerichteten deutschen Widerstandskämpfer Hans von Dohnanyi als "Gerechten unter den Völkern" ausgezeichnet. Von Dohnanyi habe sich nach den Aussagen von ihm geretteter Juden heldenhaft verhalten, hieß es in einer am Sonntag veröffentlichten Erklärung der Gedenkstätte. Hans von Dohnanyi ist Vater des SPD-Politikers und Hamburger Ex-Bürgermeisters Klaus von Dohnanyi sowie des Dirigenten Christoph von Dohnanyi.

Die Auszeichnung als "Gerechter unter den Völkern" ist die höchste Ehrung, die Israel an Nicht-Juden vergibt. Bis heute haben mehr als 19.000 Frauen und Männer diesen Titel erhalten. Ihre Namen werden auf einer Ehrenwand im "Garten der Gerechten" in Yad Vashem verewigt.

Der ehemalige Reichsgerichtsrat hatte im deutschen Militärnachrichtendienst einer der wichtigsten Widerstandszellen angehört. Von Dohnanyi ermöglichte bis 1942 zahlreichen Juden die Ausreise in die Schweiz, bis er 1943 festgenommen wurde. Dohnanyi wurde im April 1945, kurz vor dem Ende des "Dritten Reiches", im Konzentrationslager Sachsenhausen von einem SS-Standgericht zum Tode verurteilt und hingerichtet.

Yad Vashem in Jerusalem ist die nationale Institution Israels für die Erforschung und Dokumentation des Holocaust in der NS-Ära mit seinen rund sechs Millionen jüdischen Opfern. Die Gedenkstätte feierte in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen. Der Name leitet sich von einem Zitat des Propheten Jesaja ab und bedeutet "Zeugnis und Name" bzw. "Denkmal und Name". (APA/dpa)

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