Luxushotel "Rashid": Symbol für die US-Besatzung

27. Oktober 2003, 17:10
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Bagdad - Unter Saddam Hussein war es das Prestigeobjekt Bagdads, jetzt gilt es als Symbol der US-Besatzungsmacht: Das am Sonntag angegriffene Hotel Rashid im Zentrum der irakischen Hauptstadt hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich.

1983 ließ der damalige irakische Machthaber Saddam Hussein den 14-stöckigen, kastenförmigen Bau mit Gartenanlagen errichten. In dem Hotel wurden ausländische Geschäftsleute, Regierungsvertreter und Journalisten untergebracht.

1991 berichtete der CNN-Reporter Peter Arnett aus dem Rashid über den Beginn des Golfkriegs: Hinter ihm erhellten die ersten Raketen der Operation Wüstensturm den Himmel über Bagdad.

Nach dem Ende des Golfkriegs ließ Saddam Husseins Sohn Udai am Eingang des Hotel Rashid ein Mosaik mit dem Konterfei des damaligen US-Präsidenten George Bush senior legen, sodass jeder Gast das Porträt beim Betreten des Gebäudes mit den Füßen treten musste.

Als US-Truppen während des Irak-Kriegs im vergangenen April Bagdad einnahmen, zerstörten sie das schmachvolle Mosaik. In den Zimmern entdeckten sie versteckte Kameras und Mikrofone, womit Ausländer überwacht worden waren.

Heute steht das Rashid unter Kontrolle der US-Armee und beherbergt Offiziere und Beamte der US-geführten Streitkräfte. Der gesamte Bezirk, der auch das Kongresszentrum mit dem Pressebüro der Koalition einschließt, ist mit Barrikaden abgeriegelt. Trotz der starken Sicherheitsvorkehrungen war das Rashid bereits Ende September von Geschossen getroffen worden. Bei dem ersten Angriff wurde die US-Residenz nur leicht beschädigt. (APA)

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