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26. Oktober 2003, 16:48
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Niedrigster Scheidungswert in Österreich seit 1986

Wien - Die Scheidungsrate in Österreich ist seit 1986 erstmals rückläufig. Im Jahr 2002 wurden laut Daten der Statistik Austria 19.597 Ehen geschieden, um 985 oder 4,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Dennoch lag die Scheidungsrate des Jahres 2002 immer noch über dem Wert des Jahres 2000 (43,1).

Somit endeten 2002 von 100 geschlossenen Ehen 44 vor dem Scheidungsgericht (2001: 46 von 100). 17.726 Minderjährige wurden somit zu "Scheidungswaisen". 88 Prozent dieser Trennungen erfolgten einvernehmlich.

Länderwerte

Überdurchschnittliche Rückgänge der gerichtlichen Trennungen verzeichneten Vorarlberg mit minus 15,3 Prozent, Kärnten mit minus 12,4 Prozent, Wien (minus 8,6) und das Burgenland (minus 5,4). In Tirol (minus 3,8), Niederösterreich (minus 1,8), Oberösterreich (minus 1,5) und in Salzburg (minus 1,2) fiel der Rückgang gegenüber 2001 unterdurchschnittlich aus. Nur in der Steiermark stieg 2002 die Rate um einen Prozent.

Die meisten Scheidungen waren im vergangenen Jahr in Wien mit 54,6 je 100 Ehen zu verzeichnen, gefolgt von Niederösterreich mit 47,8 und Vorarlberg mit 45,1. Die niedrigsten Raten hatten Kärnten und Tirol mit je 36,7 je 100 Ehen.

Durchschnittsdauer

Die durchschnittliche Dauer der Ehe im vergangenen Jahr betrug 9,8 Jahre. Innerhalb eines Jahrzehnts erhöhte sich die mittlere Dauer gescheiteter Ehen damit um zwei Jahre. Bei zwei Prozent der Scheidungen hatte die Lebensgemeinschaft nicht einmal ein Jahr, bei 5,2 Prozent ein bis unter zwei Jahre.

"Typisches" Alter

Deutlich zugenommen haben im vergangenen Jahrzehnt Scheidungen bei Paaren, die schon sehr lange verheiratet waren: Jedes zehnte geschiedene Paar hatte bereits die Silberne Hochzeit hinter sich. Es gab 2002 sogar acht Paare, die erst nach der Goldenen Hochzeit auseinander gingen. Das "typische" Scheidungsalter der Männer war 41 Jahre, jenes der Frauen 38,3 Jahre. (APA)

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