Feste Beziehung ist ideal

26. Oktober 2003, 16:48
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Studie zu Beziehungsbiografien im sozialen Wandel: Ehe nicht mehr von Bedeutung

Dreden - Beziehung ja, Ehe nicht unbedingt. Das hat die Auswertung einer bisher in Deutschland einzigartigen wissenschaftlichen "Studie zu Beziehungsbiografien im sozialen Wandel" ergeben. Erstmals wurden PartnerInnenbeziehungen und Sexualität im Zusammenhang mit der gesamten Lebenssituation untersucht. Partnerschaftliche Beziehungen sind immer noch das angestrebte Ziel von Männern und Frauen gleichermaßen, die Ehe allerdings hat ihr Monopol verloren: Nur noch 23 Prozent aller in der Studie erfassten Beziehungen sind ehelich.

Geborgenheit und Treue wichtiger als Ehe

Auch für ÖsterreicherInnen ist die Ehe nicht mehr so wichtig, Geborgenheit und Treue sind entscheidend, wie das Ergebnis einer Umfrage des Linzer Meinungsforschungsinstitutes "Market" ergab. Für fast zwei Drittel der Befragten hat demnach die Institution Ehe an Bedeutung verloren.

Für die Umfrage wurden persönliche Interviews mit 1.594 repräsentativ ausgewählten Personen geführt. Dabei gaben 41 Prozent an, die Ehe sei für sie "außergewöhnlich wichtig", 31 Prozent bezeichneten sie als "eher wichtig", 16 Prozent als "weniger wichtig", neun Prozent als "nicht wichtig". Eine große Bedeutung wird ihr von Personen mit Kindern im Haushalt, von Personen, die nicht berufstätig sind und von Pflichtschulabsolventen beigemessen. Geringe Bedeutung hat die Ehe für die Jungen und für Bildungseliten.

Prioritäten der Frauen

Familiäre Geborgenheit stellt hingegen für 69 Prozent der Bevölkerung einen bedeutenden Wert dar. Besonders Frauen ist sie wichtig im Gegensatz zu Singles, bei denen die Zustimmung unterdurchschnittlich ausfällt.

Auch bei der Frage nach der Bedeutung von Treue - egal ob in der Ehe oder in einer anderen Form der Partnerschaft - entschieden sich 66 Prozent für "außerordentlich wichtig". Diese Tugend wird signifikant stärker von Frauen als von Männern eingefordert. (APA/red)

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