Lockerung der Ehegesetze in China

26. Oktober 2003, 16:48
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Bislang Einwilligung der ArbeitgeberInnen vonnöten

Peking - China hat die strikte staatliche Reglementierung der Eheschließung gelockert. Nach einem Anfang Oktober in Kraft getretenen Gesetz brauchen Paare nicht mehr die Einwilligung der ArbeitgeberInnen und medizinische Tests vorzulegen, um heiraten zu dürfen. Wie die Nachrichtenagentur Xinhua weiter berichtete, wird mit der Reform auch die Scheidung erleichtert. Dazu war bisher ebenfalls die Erlaubnis der ArbeitgeberInnen notwendig gewesen.

Reaktion auf Gesellschaftswandel

Angesichts der anstehenden Neuregelung hatten viele Brautpaare ihre Heirat auf Anfang Oktober verschoben. Die Gesetzesnovelle erfolgte nach Ansicht von BeobachterInnen angesichts des tief greifenden Wandels in der chinesischen Gesellschaft in den vergangenen zwei Jahrzehnten, der vor allem Frauen betrifft. In einer Umfrage sprachen sich kürzlich 80 Prozent der befragten Frauen für eine Ehe ohne Trauschein aus. "Noch in den 1980ern galt das Zusammenleben von unverheirateten Paaren als Schande", heißt es dazu in der Studie. Die Anfang der 1980er Jahre in China eingeführte Ein-Kind-Politik zur Begrenzung des Bevölkerungswachstums bleibt jedoch unverändert. (APA)

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