Kofler und KirchMedia suchen nach Vergleich

31. Oktober 2003, 14:33
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"Streben einen vernünftigen Kompromiss an"

Im Streit um ein Darlehen in Millionenhöhe wollen sich die insolvente KirchMedia und der Medienunternehmer Georg Kofler auf einen Vergleich einigen. Dabei geht es um 36 Millionen Euro, die KirchMedia im Jahr 2000 für den Aufbau der Einkaufssender-Holding Hot Networks AG zur Verfügung gestellt hatte. "Wir streben einen vernünftigen Kompromiss noch vor Weihnachten an", sagte Kofler der dpa. Er bestätigte damit eine Bericht der "Süddeutschen Zeitung" (Samstagsausgabe).

Wenig Interesse an einer langwierigen juristischen Auseinandersetzung

Es sei unstrittig, dass die KirchMedia das Geld ausgezahlt habe. Der Anspruch bestehe aber gegen Thomas Kirch, den Sohn des früheren Medienunternehmers Leo Kirch, mit dem Kofler die Unternehmung seiner Zeit zusammen gestartet hatte. Da beide wenig Interesse an einer langwierigen juristischen Auseinandersetzung hätten, sei ein Vergleich wahrscheinlicher als ein Prozess. "Ich habe gesagt: Ich bin kein Prozessunternehmer, ich bin Medienunternehmer", sagte Kofler. Auch ein KirchMedia-Sprecher bestätigte, dass eine Einigung angestrebt werde.

Dem Bericht zufolge ist eine Summe von 15 bis 20 Millionen Euro im Gespräch. Kofler und der KirchMedia-Sprecher wollten sich zu den finanziellen Details nicht äußern. Bereits in der Vergangenheit hatte Kofler deutlich gemacht, dass er sich nicht als der richtige Adressat der Forderungen sehe, da der Kredit an Thomas Kirch geflossen sei.

Die "SZ" berichtete, Kofler und Thomas Kirch wollten einem Vertrag zufolge ihre Anteile an der Hot Networks AG in einem Gesamtpaket zum Kauf anbieten und den Erlös abzüglich des Darlehens nach einem bestimmten Schlüssel untereinander aufteilen. Kofler argumentiert, er und Thomas Kirch hätten das Paket wegen ausbleibender Finanzierung durch die Kirch-Insolvenz zu einem sehr niedrigen Preis verkaufen müssen; er selbst habe anschließend Forderungsverzicht geleistet. (APA/dpa)

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