Landtagswahl im Zeichen der Rechtsparteien

27. Oktober 2003, 07:07
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Wahllokale bis 22 Uhr geöffnet - SVP-Sieg ungefährdet - Stimmenauszählung beginnt erst am Montag

Bozen (APA) - In Südtirol haben am Sonntag um Punkt 07.00 Uhr die Wahllokale für die Landtagswahlen geöffnet. Mehr als 384.000 Wahlberechtigte entscheiden bis 22.00 Uhr über 35 Mandate. Nach dem zum Teil wieder mit kontroversiellen ethnischen Themen geführten Wahlkampf wird vor allem das Abschneiden der italienischen Rechtsparteien mit Spannung erwartet. Die Südtiroler Volkspartei (SVP) unter Landeshauptmann Luis Durnwalder dürfte aber ihre absolute Mehrheit einmal mehr verteidigen können.

Durch das Autonomiestatut ist die seit 1945 mit absoluter Mehrheit regierende SVP gezwungen, trotz dieser Mehrheit auch Vertreter der italienischen Volksgruppe bei der Regierungsbeteiligung zu berücksichtigen. SVP-Spitzenkandidat Durnwalder will bei der Bildung der Landesregierung autonomiefreundlichen Parteien, mit denen bereits bisher zusammen gearbeitet wurde, den Vorzug geben, auch wenn die Beteiligung etwa von Silvio Berlusconi "Forza Italia" (FI) eine Verbesserung für das Verhältnis mit Rom bedeuten könnte.

Die postfaschistische Alleanza Nazionale (AN) als Partner in der Landesregierung ist für Durnwalder keine Option. Durch das Autonomiestatut, das die Berücksichtigung aller drei Sprachgruppen bei der Regierungsbildung vorsieht, könnte die SVP aber auch zur Zusammenarbeit mit italienischen Rechtsparteien gezwungen werden. Sollte die Zahl der Regierungsmitglieder mit elf gleich bleiben, wären drei Sitze den Italienern vorbehalten.

1998 erreichte die SVP mit 56,6 Prozent der Stimmen 21 Mandate. Die Wahlbeteiligung lag damals bei 85,7 Prozent. Mit der Stimmenauszählung wird erst am Montag ab 07.00 Uhr begonnen. Das vorläufige Endergebnis dürfte am Montag Nachmittag feststehen. (APA)

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