Türkei: 30.000 Studenten protestieren gegen Regierung

27. Oktober 2003, 07:05
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Warnung vor Einflussnahme radikaler Islamisten auf Universtität

Ankara - Mehr als 30.000 Studenten und Professoren haben am Samstag in Ankara gegen die Politik der gemäßigt-islamischen Regierung protestiert. Die Demonstranten legten einen Kranz vor dem Mausoleum des türkischen Staatsgründers Mustafa Kemal Atatürk nieder.

Der Protest richtete sich gegen Pläne der Regierung, die Kompetenzen des Rats für Höhere Bildung zu begrenzen, der die säkulare Ausrichtung der Universität kontrolliert. Der Rat erklärte, wenn seine Macht beschnitten werde, könnten radikale Islamisten an den Universitäten Fuß fassen.

Trennung von Staat und Religion

Die seit dem November des Vorjahres regierende Partei von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan, die AKP (Adalet ve Kalkinma Partisi/Gerechtigkeits- und Entwicklungspartei), ist die Nachfolgepartei der verbotenen islamistischen Parteien "Refah" (Wohlfahrtspartei) und "Fazilet" (Tugendpartei). Im Sinne der Verfassung Atatürks wacht das Militär über die strenge Trennung von Staat und Religion in der Türkei.

Die AKP strebt den EU-Beitritt der Türkei an und hat eine Reihe demokratiepolitischer Reformen gesetzt. Diese sehen auch eine von Brüssel geforderte Beschneidung der Macht des Militärs vor. Kritiker der AKP sehen darin jedoch einen Versuch, den Laizismus in der Türkei zu unterhöhlen. (APA/AP)

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