Der Mörder, die Leiche und der Parasit darin

26. Oktober 2003, 12:00
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Ausstellung "Crime Scene Insects" befasst sich mit einem besonderen Aspekt der Forensik

St. Paul/Minnesota - Maden und Würmer helfen bei der Aufklärung von Verbrechen: Wie Insekten Mörder vor Gericht bringen können, zeigt eine Ausstellung im US-Bundesstaat Minnesota. "Crime Scene Insects" beleuchtet das Forschungsfeld der forensischen Entomologie, deren Ergebnisse vor Gericht wichtige Beweismittel liefern können, wie Lee Goff, Leiter des Wissenschaftsmuseums in St. Paul, erklärt. Er arbeitet für die US-Bundespolizei FBI und für Strafverfolgungsbehörden auf aller Welt. Welche Parasiten sich in welchem Entwicklungsstadium in einer Leiche befänden, kann Goff zufolge wichtige Informationen für die Bestimmung des Todeszeitpunkts liefern. Die Tiere geben außerdem Hinweise auf die Todesursache beziehungsweise auf verwendete Drogen und Giftstoffe. Vor einigen Jahren habe sich für diesen Forschungszweig noch kaum jemand interessiert, sagt Goff.

Schonungsloser Blick

Das will die Ausstellung ändern. Der harmlosere Teil zeigt den anatomischen Aufbau von Insekten; konservierte und lebende Maden, Käfer und Fliegen können begutachtet werden. Später wird es dann gruselig: Die fünf Stadien der Verwesung einer Leiche sind zu sehen; außerdem wird gezeigt, wie es sich Parasiten kurz nach dem Tod und während der weiteren Verwesung im Körper bequem machen. Die Ausstellung sei ziemlich "anschaulich", sagt Goff, "aber die Leute sehen Schlimmeres zur besten Sendezeit im Fernsehen". Die Schau soll bis 2007 in verschiedenen Museen gezeigt werden. (APA/AP)

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