Kalifornien: Flucht vor dem Feuer

26. Oktober 2003, 19:57
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Mehr als 200 Häuser zerstört - Tausende Hektar Land verkohlt - Fast 30.000 Haushalte ohne Strom

San Bernardino/Kalifornien - Verheerende Waldbrände haben im Süden Kaliforniens mehr als 200 Häuser zerstört und Tausende Bewohner in die Flucht getrieben. Das heftigste Feuer tobte am Samstag am Fuße des San-Bernardino-Gebirges. Zwei Todesfälle wurden damit in Verbindung gebracht: Ein Mann starb bei der Evakuierung seines Hauses an Erschöpfung, ein zweiter, als sein Haus in Flammen aufging. Zwei Feuerwehrleute wurden mit Verbrennungen ins Krankenhaus gebracht.

Rauchwolken über Los Angeles

Das Feuer brach am Samstagvormittag rund 80 Kilometer östlich des Zentrums von Los Angeles aus, wie die Behörden mitteilten. Es wurde von heftigem Wind angefacht und zerstörte innerhalb weniger Stunden 4.000 Hektar Land. Die Feuerfront wuchs auf eine Länge von 19 Kilometern an. Der Brand sowie ein weiteres Buschfeuer in der unmittelbaren Umgebung zerstörten mindestens zehn Häuser. Mehrere Straßen wurden gesperrt, rund 28.000 Haushalte waren ohne Strom, Asche und Rauchwolken lagen über dem Gebiet.

Ein weiteres Feuer

Ein weiteres Feuer brach nach Angaben der Forstbehörden am Samstagabend westlich der nahe gelegenen Stadt Crestline an. Mehrere hundert Anrainer wurden in Sicherheit gebracht. Die meisten von ihnen wurden in einer Notunterkunft am Internationalen Flughafen von San Bernardino untergebracht. An der California State University beschädigten die Flammen zwei Vorlesungssäle, und ein Wohnheim für etwa 1.000 Studenten wurde evakuiert.

Tausende Menschen flohen vor den Flammen

Am Freitag hatte ein Waldbrand nahe der Ortschaft Rancho Cucamonga eine Fläche von 8.000 Hektar zerstört. Tausende Menschen flohen vor den Flammen, die auch die Außenbezirke von zwei Vorstädten im Großraum Los Angeles erreichten. Das am Dienstag vermutlich durch Brandstiftung verursachte Feuer bedrohte auch die Ortschaften Fontana und Rialto, etwa 80 Kilometer östlich vom Zentrum der Millionenstadt Los Angeles gelegen.

Wegen der starken Rauchentwicklung mussten zwei Schnellstraßen gesperrt werden, darunter der Highway nach Las Vegas. Asche und Rauchwolken machten den Tag zur Nacht. Die Flammen wurden von heißem Wüstenwind angefacht, der mit 40 Kilometern in der Stunde übers Land fegte. Die Feuerwehr schätzte am Freitag, dass trotz Unterstützung aus der Luft bisher nur 17 Prozent des Brandes eingedämmt werden konnten. Ein weiterer Brand wütete etwa 80 Kilometer nördlich von San Diego. (APA/dpa)

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    Feuerwehrleute beim Versuch die Flammen einzudämmen und den Ort Rancho Cucamonga vor dem Feuer zu schützen.

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