Zürich: Nach Zugunglück rollt der Bahnverkehr wieder

29. Oktober 2003, 09:31
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Unfallursache vermutlich Bremsversagen - Eine Tote und 32 Verletzte bei Zusammenstoß zweier Schnellzüge

Zürich - Eineinhalb Tage nach dem schweren Zugunglück in Zürich-Oerlikon wurde Sonntag früh der Betrieb an der Unglücksstelle wieder aufgenommen. Seit 3.00 Uhr konnten alle sechs Gleise wieder befahren werden, wie die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) mitteilten. Die stark beschädigten Lokomotiven wurden in der Nacht abtransportiert. Der Flughafenbahnhof wurde auch vom Zürcher Hauptbahnhof wieder bedient, auch alle S-Bahn-Züge verkehrten fahrplanmäßig.

Beim Zusammenstoß zweier Schnellzüge war am Freitagabend eine junge Tschechin getötet worden, 45 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Als Unglücksursache wird ein Bremsversagen an einem der beiden Züge vermutet. In den beiden Zügen befanden sich zur Unfallzeit rund 1.400 Personen.

Vier Wagen entgleist

Nach Angaben des Bahn-Sprechers fuhr der Schnellzug Zürich- Konstanz gegen 17.45 Uhr außerhalb des Bahnhofs seitlich in den Schnellzug Schaffhausen-Zürich. Vier Wagen seien entgleist. Bei dem Unglück seien auch Stromleitungen zerstört worden.

Nach Angaben von Augenzeugen spielten sich auf dem Bahnhof dramatische Szenen ab. Verletzte hätten auf dem Bahndamm gelegen, viele Passagiere seien in den Wracks eingeklemmt gewesen. Mehr als 140 Feuerwehrleute und 70 Sanitäter waren im Einsatz. Fahrgäste eines Waggons, der auf einer Brücke entgleist war, mussten mit Leitern in Sicherheit gebracht worden.

Verkehrschaos nach dem Unglück

Der Bahnhof Oerlikon ist eine Drehscheibe im Netz der Schweizer Bahnen. Deshalb hat das Unglück große Auswirkungen auf den Verkehr von Intercity- und Interregio-Zügen. Stark betroffen war auch der Zürcher S-Bahnbetrieb. Wegen des Verkehrschaos nach dem Unglück konnten auch keine Ersatzbusse eingesetzt werden. (APA/AP/dpa)

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