Kolumbien: Bombardement am Wahlwochenende

26. Oktober 2003, 17:21
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Armee griff Guerilla-Lager an - Tote und Verletzte bei Volksabstimmung

Bogota - Die kolumbianische Luftwaffe hat am späten Freitag (Ortszeit) ein Lager der linksgerichteten FARC-Guerilla im Südwesten des Landes bombardiert. In dem Camp nahe der Stadt Jambalo hätten sich mehr als 50 "Terroristen" befunden, die das Referendum zur Korruptionsbekämpfung und die Kommunalwahlen an diesem Wochenende hätten stören wollen, sagte General Edgar Lesmez. Die Rebellen hätten Angriffe auf Dörfer der Region geplant. Die Zahl der Opfer sei noch unklar. Die FARC hatte zum Boykott der Wahl aufgerufen und eine Serie von Bombenanschlägen und Morden gegen die Abstimmungen gestartet.

Tote bei Volksabstimmung Während der Volksabstimmung zu Fragen der Korruptionsbekämpfung sind am Samstag mindestens elf Menschen bei Anschlägen und Überfällen linker Rebellen getötet worden. Weitere zwölf Menschen seien verletzt und 14 entführt worden, teilten die Behörden nach Schließung der Wahllokale mit. Landesweit waren mehr als 300.000 Polizisten und Soldaten zur Sicherung der Abstimmung im Einsatz. An diesem Sonntag sollten zudem Kommunalwahlen abgehalten werden. Das Land leidet seit Jahrzehnten unter einem Bürgerkrieg.

Die von dem konservativen Präsidenten Alvaro Uribe betriebene Volksabstimmung umfasste 15 Fragen, in denen es um den Ausschluss korrupter Politiker von öffentlichen Ämtern, Gehaltsstopps für öffentliche Angestellte und die Verwendung von Einnahmen aus dem Erdölexport für Bildung und Gesundheit ging. Weitere Fragen des Referendums betrafen die Verpflichtung von Abgeordneten zu offener Namensabstimmung, die Einführung öffentlicher Anhörungen vor wichtigen Investitionsentscheidungen, die Verkleinerung des Parlaments sowie eine Neuregelung des Parteiengesetzes.

Die große Bandbreite der Themen sorgte nach Umfragen bis zum Schluss für Verwirrung bei vielen Wahlberechtigten. Für einen Erfolg des Referendums mussten mindestens 25 Prozent der Wahlberechtigten mit Ja stimmen. Mit Ergebnissen wurde erst im Laufe der Nacht gerechnet. (APA)

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    In Kolumbien kämpfen rechte wie auch linke Paramilitärs gegen die Regierung - hier Mitglieder des 'Bloque Metro' von den United Self-Defence Forces (AUC). Am Wochenende sind die 25 Millionen Kolumbianer zur Wahl aufgerufen.

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