Geberkonferenz in Madrid: Wer gibt wieviel

28. Oktober 2003, 16:24
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Madrid - Insgesamt 33 Milliarden Dollar (28 Milliarden Euro) Wiederaufbauhilfe für Irak sind am Freitag auf der Internationalen Geberkonferenz in Madrid zusammengekommen. Den Löwenanteil tragen dabei mit mehr als 20 Milliarden Dollar die USA, zweitgrößter Geber ist Japan. Die in Madrid zugesagten Milliarden können nur ein Anfang sein: Nach Berechnungen von UNO, Weltbank und der irakischen Übergangsregierung müssen rund 56 Milliarden Dollar zusammenkommen, wenn der Wiederaufbau in Irak gelingen soll. Die Nachrichtenagentur AFP gibt einen Überblick über die wichtigsten Zusagen:

USA

Washington will Irak 20,3 Milliarden Dollar gewähren. Unklar ist noch, ob die Hälfte davon als Kredit ausgezahlt wird, wie vom Kongress gefordert. Laut US-Finanzministerium soll auch von den Hilfsgeldern "ein guter Teil" an Verträge mit US-Firmen geknüpft werden.

Japan

Der asiatische Partner der USA will in den kommenden fünf Jahren fünf Milliarden Dollar bereitstellen. 1,5 Milliarden Dollar fließen 2004 in Form von Hilfsgeldern an Irak, die restlichen 3,5 Milliarden Dollar werden von 2005 bis 2007 als gering verzinsliche Darlehen vergeben.

Weltbank und IWF

Der Internationale Währungsfonds (IWF) vergibt Kredite im Umfang von 2,5 bis 4,25 Milliarden Dollar an Irak, die Weltbank Kredite in Höhe von drei bis fünf Milliarden Dollar.

Großbritannien

London verpflichtete sich auf die Zahlung von 910 Millionen Dollar bis 2006. Darin eingerechnet ist schon der britische Beitrag an EU-Geldern, der sich auf 63,6 Millionen Dollar beläuft.

Kuwait

Das Nachbarland Iraks gibt insgesamt 1,5 Milliarden Dollar. Zwei Drittel davon wurden bereits ausgezahlt.

Saudi-Arabien

Riad stellt eine Milliarde Dollar zur Verfügung.

Spanien

Die spanische Regierung will von 2003 bis 2007 300 Millionen Dollar zahlen. Rund die Hälfte dieses Betrages ist bereits ausgezahlt, 115 Millionen Dollar sind an Verträge mit spanischen Unternehmen geknüpft.

Europäische Union

Die EU stellt bis 2004 233 Millionen Dollar (200 Millionen Euro) zur Verfügung. Nicht eingerechnet sind darin Zahlungen für humanitäre Hilfe im Umfang von 860 Millionen Dollar (730 Millionen Euro). Insgesamt kommt die EU laut Außenkommissar Chris Patten auf Hilfsgelder in Höhe von 1,5 Milliarden Dollar bis 2007.

Iran

Das Nachbarland Iraks beteiligt sich mit 300 Millionen Dollar.

Kanada

Die Regierung in Ottawa stellt bis 2008 220 Millionen Dollar bereit.

Deutschland

Einschließlich aller bi- und multilateralen Zusagen engagiert sich Deutschland von 2003 bis 2005 mit rund 193 Millionen Euro in Irak, dazu zählen auch Leistungen für die humanitäre Hilfe, für die Ausbildung von Polizisten, für die Trinkwasserversorgung und andere Bereiche. (APA)

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