Panizzi bremst Loeb aus

27. Oktober 2003, 15:56
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Der Peugeot-Pilot schnappte dem neuen WM-Führenden den Sieg in der letzten Sonderprüfung der Katalonien-Rallye weg

Lloret de Mar/Katalonien - Durch eine falsche Reifenwahl hat der Franzose Sebastien Loeb seinen vierten Saisonsieg und die alleinige Gesamtführung vor dem Finale in der Rallye-Weltmeisterschaft verpasst. Der Citroen-Pilot sah am Sonntag vor der letzten Prüfung bei der Rallye Catalunya wie der sichere Sieger aus, wurde dann aber wegen des Fehlgriffs noch von seinem Landsmann Gilles Panizzi überholt. Der Peugeot-Pilot wiederholte seinen Vorjahressieg und feierte seinen ersten Saison-Triumph. Nach 22 Asphaltprüfungen (381,18 km) lag er am Ende 13 Sekunden vor Loeb.

Falsche Reifenwahl kostete Loeb den Sieg

Der geschlagene Loeb ärgerte sich maßlos über seinen Fehler: "Ich bin zutiefst enttäuscht. Ich habe für die letzten 35 Kilometer einfach die falschen Reifen gewählt. Ich hatte auf der schmierigen Piste keinen Grip und bin mehr darüber geeiert als gefahren." Auch sein zweiter Platz geriet noch in Gefahr. Der zweifache Saisongewinner Markko Märtin aus Estland kam mit seinem Ford Focus noch bis auf sechs Zehntelsekunden an Loeb heran.

Der Elsässer teilt sich mit seinem spanischen Markenkollegen Carlos Sainz vor dem letzten WM-Lauf in Wales mit 63 Punkten die Führung in der Gesamtwertung. Sainz fiel am letzten Tag wegen eines Drehers vom vierten auf den siebenten Platz (+1:33,0 Minuten) zurück. Bis auf einen Zähler zum Citroen-Duo kämpfte sich der Norweger Petter Solberg heran, der sich in der dramatischen Schlussphase vom zehnten auf den fünften Platz (+1:10,8) verbesserte. Gesamtvierter ist der englische Peugeot-Pilot Richard Burns, der trotz seines Ausfalls am letzten Tag in Spanien nur fünf Punkte hinter Loeb und Sainz liegt und damit im Gegensatz zum entthronten Vorjahrsweltmeister Marcus Grönholm aus Finnland, der in Katalonien nur Sechster wurde, auch noch Titelchancen hat. (APA/dpa)

Alles auf eine Karte gesetzt

Sieger Panizzi freute sich indes über seinen Erfolg. "Ich habe auf der letzten Prüfung alles auf eine Karte gesetzt, um meine letzte Siegchance auf Peugeot in diesem Jahr noch zu nutzen", betonte Panizzi, der in der nächsten Saison zum A-WM-Rückkehrer Mitsubishi wechselt. Das spannende WM-Finale steigt von 6. bis 9. November in Wales, wo mit Manfred Stohl auch wieder ein Österreicher am Start sein wird.

Endstand der Rallye Catalunya:

  • 1. Gilles Panizzi/Herve Panizzi (FRA) Peugeot 3:55:09,4 Stunden
  • 2. Sebastien Loeb/Daniel Elena (FRA/MON) Citroen + 13,0 Sek.
  • 3. Markko Märtin/Michael Park (EST/GBR) Ford 13,6
  • 4. Francois Duval/Stephane Prevot (BEL) Ford 55,4
  • 5. Petter Solberg/Philip Mills (NOR/GBR) Subaru 1:10,8 Min.
  • 6. Marcus Grönholm/Timo Rautiainen (FIN) Peugeot 1:29,1
  • 7. Carlos Sainz/Marc Marti (ESP) Citroen 1:33,0
  • 8. Tommi Mäkinen/Kaj Lindström (FIN) Subaru 1:55,1

    Ausgeschieden u.a.: Richard Burns (GBR) Peugeot

    WM-Stände (13 von 14 Saisonläufen): Loeb 63 Punkte - 2. Sainz 63 - 3. Solberg 62 - 4. Burns 58 - 5. Märtin 49 - 6. Grönholm 46

    Markenwertung: 1. Citroen 147 Punkte - 2. Peugeot 142 - 3. Subaru 93 - 4. Ford 89 - 5. Skoda 21 - 6. Hyundai 12

    Letzter WM-Lauf: Großbritannien (6. bis 9. November)

    • Bild nicht mehr verfügbar

      Gilles Panizzi in Katalonien der Schnellste.

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