Samenspende-Skandal in Dänemark

24. Oktober 2003, 20:19
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Kindermörder verkaufte jahrelang sein Sperma - Psychologe legt möglichen Empfängerinnen Abtreibung nahe

Kopenhagen - Ein wegen der Ermordung seiner eigenen Kinder zu lebenslanger Haft verurteilter dänischer Psychopath hat einer Samenbank jahrelang Sperma gespendet und auf diese Weise möglicherweise Kinder in aller Welt gezeugt. Ein Mitarbeiter der Samenbank Cryos International Sperm Bank erkannte den eifrigen Samenspender jetzt auf Zeitungsfotos, wie die dänische Tageszeitung "B.T." am Freitag berichtete. Der Mann habe in der Samenbank in Aarhus zweieinhalb Jahre lang zweimal wöchentlich Sperma gespendet und dafür jeweils 33,60 Euro kassiert.

In 40 Länder verschickt

Die Samenproben sollen in rund 40 Länder auf der ganzen Welt verschickt worden sein. Ein Psychologe riet möglicherweise betroffenen Frauen zur Abtreibung.

Der 32-jährige Heine Nielsen war am Mittwoch zu lebenslanger Sicherheitsverwahrung in der Psychiatrie verurteilt worden, nachdem er seine drei Wochen alte Tochter getötet hatte. Vor zehn Jahren hatte er bereits eine erste Tochter umgebracht, die damals acht Wochen alt war. Damals wurde er zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt.

Der Psychologe Jess Garlech sagte der "Berlingske Tidende", es bestehe eine Gefahr von 50:50, dass die durch Nielsens Sperma gezeugten Kinder seine Gene hätten. Cryos-Direktor Ole Schou zeigte sich schockiert über den Fall. Er betonte, die Samenspender würden einer Reihe von medizinischen Untersuchungen unterzogen, bevor sie in die Kartei seiner Firma aufgenommen würden. Nach seinen Angaben ist es unmöglich, die Samenproben von Heine Nielsen in Dänemark oder dem Ausland aufzuspüren: Alle Spender bleiben anonym. (APA)

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