Arnold: Lächeln mit Gray Davis

27. Oktober 2003, 14:27
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Schwarzenegger arbeitet sich ein und setzt auf "Action, action, action" – "Budgetdesaster"

Zwischen dem scheidenden und dem künftigen Gouverneur von Kalifornien herrschte eitel Sonnenschein: Nach dem eineinhalbstündigen Treffen zwischen Gray Davis und Arnold Schwarzenegger am Donnerstag lächelten die beiden zwar leicht gequält in die Kameras, versicherten einander und der Öffentlichkeit jedoch, man werde sich künftig behilflich sein – die Härte des Wahlkampfes war einer etwas gezwungenen neuen Freundschaft gewichen.

"Wir werden die Hilfe des Gouverneurs brauchen", meinte Arnold. Und Gray Davis gab dem Mann, der ihn so brutal aus dem Sattel gehoben hatte, den Ratschlag: "Das ist der beste Job, den du je haben wirst. Genieße ihn, selbst an schlechten Tagen." Obwohl das Datum der Feier zum Amtsantritt noch nicht offiziell bekannt gegeben wurde, wird angenommen, dass die Inauguration von Gouverneur Schwarzenegger am 17. November stattfinden wird.

"Action, action, action"

Schwarzenegger, der ankündigte, dass er nun auf "Action, action, action" setzen werde, sagte zugleich zum ersten Mal, dass das Budgetdefizit Kaliforniens, das mindestens acht Milliarden Dollar betragen wird, "desaströs" sei. Ein gewisser Mangel an "action" wird ihm allerdings nach seinem Treffen mit Präsident George W. Bush in der vergangenen Woche vorgeworfen.

Schwarzenegger, der im Wahlkampf lauthals erklärt hatte, er werde als "Collectinator" (Einsammler) von Washington Finanzhilfe fordern, hatte während des Gespräches mit Bush keine entsprechenden Forderungen gestellt. "Arnie" rechtfertigte sich damit, dass "es noch nicht die richtige Zeit war, das zu tun. Aber ich werde es noch tun. Ich stehe ja erst am Anfang".

Kalifornien wird indes von einem weiteren Problem heimgesucht: 70.000 Angestellte von Supermärkten streiken seit nahezu zwei Wochen; 900 Supermärkte im Süden des Bundesstaates sind betroffen. Gewerkschaftsvertreter erklärten vergangenen Montag, man werde den Kürzungen der Gesundheitsfürsorge nicht zustimmen. (DER STANDARD, Printausgabe, 25.10.2003)

Susi Schneider aus New York
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