Späte Haider-Einsicht zu Knittelfelder Putsch

27. Oktober 2003, 19:08
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Landesparteitag ohne Vizekanzler Gorbach

Klagenfurt - Der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider zeigt sich angesichts der bevorstehenden Landtagswahl überraschend demütig. Im Vorfeld des Kärntner FPÖ-Landesparteitags am Samstag in St. Kanzian ließ er in Kärntner Medien Inserate platzieren, die eine Art späte Rechtfertigung und quasi Entschuldigung für den "Knittelfelder Putsch" darstellen. "Was passierte, als sich die Ereignisse überstürzten, konnte auch ich nicht voraussehen", rechtfertigt sich Haider. Die späte Einsicht, dass man das "Richtige oft erst mit Abstand erkennt", soll die Wähler zurückholen.

Zum Landesparteitag haben sich der als Bundesparteiobmann kaltgestellte Ex-Vizekanzler Herbert Haupt und seine Quasi-Nachfolgerin Ursula Haubner angesagt. Der neue Vizekanzler Hubert Gorbach ist verhindert.

Für den Landesvorsitz ist Martin Strutz der einzige Kandidat. Vor Haupts Sturz hatte es Gerüchte gegeben, es werde einen Gegenkandidatur für Haider-Mann Strutz geben. Motto des Parteitags: "Wir schaffen es."

Kritik übte Strutz am Freitag an der Kärntner ÖVP-Spitzenkandidatin Elisabeth Scheucher, die eine "Elisabeth Scheucher-Stiftung" für Not leidende Kärntner gegründet und präsentiert hat - ausgerechnet im nobelsten Hotel von Klagenfurt. Strutz war "schockiert": "Ich werte diese Art von Wahlwerbung als ein an Peinlichkeit nicht zu überbietendes Schauspiel". Es sei "entwürdigend", zu welchen Mitteln ein politischer Mitbewerber greife, "in der Hoffnung, die eine oder andere Stimme zu ergattern". Kritik an Scheucher kam auch von der Kärntner SPÖ. (stein/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 25./26.10.2003)

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