ÖIAG bilanzierte 2002 mit 79,8 Millionen Euro Verlust

29. Oktober 2003, 16:46
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Nettoverschuldung bei rund zwei Milliarden Euro

Wien - Die Staatsholding ÖIAG bilanzierte im Geschäftsjahr 2002 einen Jahresfehlbetrag von rund 79,8 Mio. Euro nach einem Überschuss im Jahr zuvor von 187,2 Mio. Euro. Dank des Gewinnvortrags aus dem Vorjahr von 340,7 Mio. Euro konnte ein Bilanzgewinn von 261,1 (340,7) Mio. Euro dargestellt werden. Die Nettoverschuldung zum Bilanzstichtag betrug rund 1,978 (1,982) Mrd. Euro.

An Privatisierungserlösen kamen 2002 nur 27,8 Mio. Euro für die Strohal Rotationsdruck GmbH und einige Immobilienverkäufe in die Kassa. 2001 waren es noch 925 Mio. Euro gewesen. Die Beteiligung an der VA Tech musste wegen der negativen Kursentwicklung um insgesamt 33,1 Mio. Euro abgewertet werden. Weiters wurde die Beteiligung an der IMIB (Immobilien und Industriebeteiligungsgesellschaft), die ehemalige Voest-Pensionen verwaltet, um 1,5 Mio. Euro abgewertet. Nachschussverpflichtungen an die Allgemeine Pensionskasse (APK) für leistungsorientierte Pensionszusagen aus der ehemaligen Verstaatlichten belasteten ferner das Ergebnis mit rund 20 Mio. Euro. Für Sanierungen beim Altbergbau LAKOG wurden in der ÖIAG-Bilanz rund 7 Mio. Euro zusätzlich rückgestellt.

Personalstand verringert

Der Personalstand der ÖIAG wurde gegenüber 2001 mit 50 Personen im Jahresdurchschnitt 2002 um 7 Prozent reduziert, womit der laufende Personalaufwand um 1,3 Mio. Euro bzw. 17 Prozent verringert wurde. Die Sachaufwendungen, insbesondere Beratungshonorare, waren um 30 Prozent niedriger als 2001.

Der Buchwert der Beteiligungen ist von rund 2,865 Mrd. Euro auf 2,827 Mrd. Euro zurückgegangen, die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wurden durch Tilgungen um 53 Mio. Euro auf rund 612 Mio. Euro reduziert. Das Eigenkapital hat sich auf rund 2,631 (2,711) Mrd. Euro verringert. Die Eigenkapitalquote belief sich bei einer um 136 Mio. Euro um 2 Prozent verringerten Bilanzsumme auf 48,2 (48,4) Prozent. Unter den Verbindlichkeiten weist die ÖIAG-Bilanz u.a. ein nachrangiges Gesellschafterdarlehen der Republik mit 67,6 (68) Mio. Euro auf.

Beteiligungen 2002

Zum Bilanzstichtag 2002 wies die ÖIAG folgende Beteiligungen auf: Austrian Airlines (39,7%), Böhler-Uddeholm (25%), OMV (35%), Telekom Austria (47,2%), voestalpine (34,7%), VA Tech (24%), Bergbauholding, Österr. Post und Österr. Postbus (je 100%). Das Beteiligungsergebnis machte im Berichtsjahr rund 64 (210) Mio. Euro aus. Dabei standen Dividendenerträge von 98,6 (472) Mio. Euro Aufwendungen aus Beteiligungen von 34,6 (263) Mio. Euro gegenüber.

Laut Privatisierungsauftrag vom 1. April 2003 sollen in dieser Legislaturperiode Böhler-Uddeholm, VA Tech, voestalpine sowie die Bergbauholding zu 100 Prozent privatisiert werden, die Telekom Austria "bis zu 100 Prozent) und für die Post als erster Privatisierungsschritt ein strategischer Partner gesucht werden. Heuer wurde die VA Tech-Beteiligung im August über die Börse auf 15 Prozent reduziert und die voestalpine bis auf einen 15-prozentigen ÖIAG-Anteil über eine Umtauschanleihe via Börse sowie eine Aufstockung der Mitarbeiterbeteiligung (auf 10,1 Prozent) privatisiert. Bei der Telekom Austria hat die ÖIAG im Juli eine Umtauschanleihe im Ausmaß von 5 Prozent platziert. Die Totalprivatisierung von Böhler-Uddeholm könnte noch heuer über die Bühne gehen. (APA)

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