Saban will ProSiebenSat.1-Vorstand halbieren

31. Oktober 2003, 14:31
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Neben Rohner sollen nur Finanzvorstand Lanz und Chief Operating Officer Guillaume de Posch bleiben - N24 unter "Dauer-Beobachtung"

Der neue ProSiebenSat.1-Eigentümer Haim Saban plant nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" eine Reduzierung des Vorstands von sechs auf drei Mitglieder. Neben Vorstandschef Urs Rohner blieben voraussichtlich nur Finanzvorstand Lothar Lanz und Chief Operating Officer Guillaume de Posch, berichtete die Zeitung (Freitagausgabe). "Ich kann bestätigen, dass es Überlegungen gibt, die Größe und Zusammensetzung des Vorstandes zu verändern", sagte ein Unternehmenssprecher. Entscheidungen seien aber noch nicht getroffen.

Larass, Bauer müssen gehen

Dem Bericht zufolge müssen die Vorstände Claus Larass und Ludwig Bauer gehen. Jürgen Doetz, zuständig für Medienpolitik, solle sein Fachgebiet weiter betreuen, möglicherweise aber im Stand eines Direktors, der an Rohner berichte. Rohners Vertrag war kürzlich vorzeitig bis Ende 2006 verlängert worden. Er hatte bereits vor längerer Zeit ein Renditeziel von etwa 15 Prozent in den Raum gestellt.

N24 unter "Dauer-Beobachtung"

Der Nachrichtensender N24 stehe unter "Dauer-Beobachtung", hieß es. Als eine Variante sei einen Teilverkauf an Interessenten wie Rupert Murdoch oder NBC im Gespräch; eine zweite Variante sei die Umwandlung in einen lockeren Info-Kanal. "Der Sender ist in der Aufbauphase", sagte der Unternehmenssprecher dazu. "Natürlich gehört es zu den Aufgaben des Vorstandes und des Managements, dass man die geschäftliche Entwicklung im Auge behält."

Weitere Geschäftsstrategie

Im Zuge des Angebots an die freien Aktionäre hatte die P7S1 Holding LP in der vergangenen Woche auch ihre weitere Geschäftsstrategie umrissen und dabei deutlich gemacht, dass derzeit eine Überprüfung der bisherigen Größe und Zusammensetzung des Vorstands laufe. Klares Ziel sei es, das operative Ergebnis durch ein aktives Kostenmanagement zu verbessern, um das Unternehmen für einen künftigen Aufschwung im Werbemarkt zu positionieren. Die Beziehungen zu den Hollywood-Filmstudios sollten gestärkt werden. (APA)

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    Haim Saban

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