SJÖ: Zeitschrift "Der Offizier" Plattform für Antisemitismus?

26. Oktober 2003, 14:25
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Offener Brief an Bundesminister Platter bezüglich Subvention der Offiziersgesellschaft

Wien - In einem offenen Brief an Bundesminister Günther Platter will die Sozialistische Jugend Österreich (SJÖ) wissen, wie es um die Subventionierung der Offiziersgesellschaft durch das Bundesministerium für Landesverteidigung steht. In der zweiten Ausgabe 2003 des "Offizier", der Zeitschrift dieses Vereins, sei im Leserforum "ein Beitrag mit antisemitischen Äußerungen" veröffentlicht worden. Falls Medienberichte stimmen sollten, wonach dieser Verein öffentliche Förderungen erhält, stellt sich für die SJÖ die Frage, warum das Verteidigungsministerium einen Verein, der in seinem Medium solche fragwürdigen Stellungnahmen zulässt, als förderungswürdig erachtet.

Im Folgenden der offene Brief im Wortlaut:

"Sehr geehrter Bundesminister Platter,

Wie Sie der aktuellen Ausgabe des Nachrichtenmagazin NEWS oder der Nr. 2/2003 der Zeitschrift 'Der Offizier' entnehmen können, bietet letzteres Medium ein Sprachrohr für äußerst fragwürdige Weltbilder und antisemitischen Äußerungen. Obwohl besagter Artikel als Leserreaktion gekennzeichnet ist und die Redaktion des 'Offizier' auf die persönliche Verantwortung des Autors verweist, stellt sich doch die berechtigte Frage, warum die Redaktion einem Pamphlet, das eine Seite lang die Weltherrschaft des 'Waffenjudentums' beklagt, überhaupt Platz einräumt.

Wie NEWS berichtet, hat die österreichische Offiziersgesellschaft, dessen Vierteljahresschrift 'Der Offizier' ist, in früheren Jahren massive finanzielle Förderungen erhalten. Unsere Frage: Erhält dieser Verein noch immer Subventionen vom Bundesministerium für Landesverteidigung? Wenn dem so ist, dann würden wir gerne wissen, was denn diesen Verein so förderungswürdig macht, und ob Sie es für dermaßen unbedenklich halten, dass eine Zeitschrift, die sich durch den Abdruck dieses Artikels als Sprachrohr verhetzerischer antisemitischer Polemik deklariert, öffentliche Gelder erhält. Wir sind der Meinung, dass dies nicht der Fall sein darf. In der Hoffnung auf eine positive Erledigung meines Ansuchens, und auf Antwort wartend, verbleibe ich

Mit freundlichen Grüßen Andreas Kollross, Vorsitzender der Sozialistischen Jugend Österreich." (red)

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