Mutmaßlicher Geheimdienst-Maulwurf verriet auch Nahost-Dossiers

26. Oktober 2003, 15:03
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Festgenommener Beamte soll Geheimoperation in Bulgarien geleitet haben

München/Berlin - Ein unter Spionageverdacht festgenommener BND-Mitarbeiter soll nach Informationen des "Focus" geheime Dossiers aus der Nahost-Abteilung des Dienstes verraten haben. Wie das deutsche Nachrichtenmagazin unter Berufung auf Ermittlerkreise berichtet, soll der Mann einer in München stationierten Offizierin des bulgarischen Geheimdienstes zudem Verschlussakten über Südosteuropa übergeben haben.

Wie "Focus" weiter berichtet, war die vor Wochen abgezogene Agentenführerin aus Bulgarien Stipendiatin der Alexander-von-Humboldt-Stiftung. Diese vergibt Stipendien und Forschungspreise zur Förderung des internationalen Austausches für Wissenschaft und Forschung.

Für ausländischen Geheimdienst spioniert

Der 64-jährige Beamte, der am 9. Oktober verhaftet wurde, hat nach Erkenntnissen der deutschen Bundesanwaltschaft für einen ausländischen Geheimdienst spioniert. Weitere Einzelheiten nannte die Behörde nicht.

Nach Informationen der "Berliner Zeitung" (Samstag) hat der mutmaßliche BND-Spion im Oktober 2001 eine Geheimdienstoperation in Bulgarien geleitet. Zudem habe der Beamte bis kurz vor seiner Festnahme die Beschaffungsabteilung des Dienstes geleitet, die für die Balkan-Länder zuständig ist. Auf diesem Posten habe er einen umfassenden Überblick über die BND-Quellen in diesen Ländern gehabt. (APA/dpa)

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