Reisebüros kritisieren neues Preiskonzept

24. Oktober 2003, 16:02
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ÖRV: AUA-Internettarife im Preisvergleich nicht immer die billigsten - Burger: Geben Preisvorteil direkt an Kunden weiter

Wien - Die österreichischen Reisebüros haben am Freitag mit Verärgerung auf das neue Tarifkonzept der Austrian Airlines (AUA) reagiert. Der Kunde bekomme über AUA-Lockangebote das Gefühl, über eine Direktbuchung bei der Airline im Internet billig fliegen zu können. Im Endeffekt stehe der Kunde mit einer Airline-Direktbuchung aber zu einem überhöhten Preis da und merke es oft gar nicht, meinte der Vizepräsident des Österreichischen Reisebüroverbands (ÖRV), Norbert Draskovits, in einer Pressemitteilung.

Die Reisebüros seien dem Internet-Vertrieb gegenüber "sehr offen" eingestellt. Kunden, die bewusst auf die Beratung im Reisebüro verzichten und ausschließlich über das Internet buchen wollen, sollten einen Preisvorteil haben. Ein gestern durchgeführter Preisvergleich von 10 AUA-Tarifen mit denen anderer Airlines habe aber gezeigt, dass in allen 10 Fällen Konkurrenzfluglinien (und nicht ausschließlich Low-Cost-Carrier) bei einem neutralen Tarifvergleich billiger als die AUA waren. So stehe dem billigsten AUA-Internet-Spezialpreis von 140 Euro nach Brüssel der günstigste im Reisebüro erhältliche Tarif von SN Brussels Airlines um 105 Euro gegenüber.

Reisebüros "unverzichtbar

Die Reisebüros seien "mit unseren Dienstleistungen im Sinne einer neutralen Kundenberatung unverzichtbar", betonte Draskovits. Die Reisebüro-Buchungsmaschinen seien so konzipiert, dass das Gesamtangebot aller Linienairlines nach dem Best-Buy-Prinzip abgefragt werden könne. Wie der letzte Airlinekonkurs am Beispiel der Aero Lloyd gezeigt hat, nehme der Internet-Direktbucher - im Gegensatz zum Reisebürokunden - auch ein höheres finanzielles Risiko auf sich, da sich im Konkursfall kein Reisebüro um Alternativbuchungen bemühen könne.

Die AUA wolle mit dem neuen Tarifkonzept nicht dem Reisebüro-Vertriebsweg zusetzen, entgegnete AUA-Marketingvorstand Josef Burger gegenüber der APA den Vorwürfen der Reisebüros. Die AUA-Tickets seien zudem auch über die Portale der Reisebüro-Partner buchbar. Allerdings könne sich die AUA nicht den Kundenwünschen verschließen, daher gebe die AUA die niedrigeren Kosten im Internet direkt an den Kunden weiter. Würde die AUA den Wünschen der Reisebüros nachkommen, würde man den Kunden beteiligen, so Burger.(APA)

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