Verhandlungen mit Bordpersonal im Laufen

26. Oktober 2003, 19:27
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Burger "vorsichtig optimistisch" für Lösungsfindung

Wien - Bei den wieder aufgenommenen Verhandlungen zwischen Vorstand, AUA-Bordbetriebsrat und Gewerkschaft HTV über Sparmaßnahmen im AUA-Flugbetrieb werde unter Einbeziehung der Sozialpartner bis 16. November geprüft, ob man eine "gemeinsame Gesprächsbasis" finde, hieß es bei der AUA-Pressekonferenz. Marketingvorstand Josef Burger gab sich "vorsichtig optimistisch", dass man eine gemeinsame Lösung finde.

Der Präsident des Österreichischen Gewerkschaftsbunds (ÖGB), Fritz Verzetnitsch, und der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Christoph Leitl, wollen dem vereinbarten "Fahrplan" zufolge bis Ende Oktober Gespräche mit den Streitparteien führen, Fakten und Daten erheben, inhaltliche Bruchlinien evaluieren und grundsätzliche Lösungsmöglichkeiten ausloten. Sollte intern keine Lösung gefunden werden, wollen die beiden Sozialpartnerpräsidenten bis Mitte November einen gemeinsamen Schlichtungsvorschlag vorlegen, wie der Konflikt konsensual beigelegt werden könnte.

Waffenstillstand

Während der Verhandlungen gilt die Vereinbarung, dass es zu keinen Betriebsstörungen und Beeinträchtigung des AUA-Flugverkehrs von Seiten der Bordbelegschaft kommt und seitens der Unternehmensleitung keine Kündigungen und Entlassungen im Zusammenhang mit dem Arbeitskampf ausgesprochen werden.

Auf die Wiederaufnahme der - mittlerweile 41 Gespräche seit Mai 2002 - hatten sich das AUA-Management und die Belegschaftsvertretung der rund 470 Piloten und 1.340 AUA-Flugbegleiter vergangene Woche geeinigt, nachdem der Arbeitskampf erneut in einem mehrstündigen Streik der AUA-Bordmitarbeiter eskaliert war. Der AUA ist laut Unternehmensangaben durch die beiden mehr als 15-stündigen Streiks am 11. und 15. Oktober sowie durch die zwei kurzen Warnstreiks am 14. und 22. August bisher ein finanzieller Schaden von mehr als 4 Mio. Euro entstanden.

Der AUA-Konflikt zwischen Management und AUA-Bordbelegschaft dauert seit mehr als einem Jahr an. Bisher hatte der AUA-Vorstand angekündigt, bis 2008 im AUA-Flugbetrieb rund 30 Mio. Euro einsparen zu wollen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Betriebsräte hatten dies als zu massiv abgelehnt und einen konzernweiten Kollektivvertrag für die AUA und die Töchter Austrian arrows (Tyrolean Airways) und Lauda Air gefordert. Die aktuellen Gespräche sollen nun auf einer neuen "Gesprächsbasis" mit einem "weißen Blatt Papier" stattfinden, von Zahlen soll dabei vorerst nicht die Rede sein.(APA)

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