ARGE Daten wehrt sich gegen Herold-Vorwürfe

14. Dezember 2003, 20:16
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Hans Zeger sieht Schmutzkampagne der Wirtschaftskammer gegen ihn und überlegt Klage

In einem Mail an den WebStandard wehrt sich ARGE Daten-Chef Hans Zeger gegen die von Herold gegen ihn geäußerten Vorwürfe im Zusammenhang mit der "Herold Marketing CD private" und den Big Brother Awards. Zeger ortete in dem Gespräch "eine Reihe von Behauptungen (...) die zumindest als kreditschädigend, wenn nicht sogar als Vorwurf strafbarer Handlungen angesehen werden."

Im folgenden dokumentieren wir die Ausführungen von Hans Zeger:

"(1) BigBrother-Nominierung von Herold

Mit der Nominierung war weder ich, noch der Verein ARGE DATEN in irgendeiner Weise befaßt. Gerade in Hinblick auf die Sensibilität der laufenden Diskussionen über Datenschutzgrundrechte haben wir uns schon vor Monaten entschlossen, beim diesjährigen Award in keiner Weise (Mitveranstalter/Sponsor/Juror) teilzunehmen. Dies ist keine Distanzierung vom Projekt BigBrotherAward, sondern entspricht unserem Verständnis einer sauberen Funktionstrennung (und wir würden uns freuen, wenn andere im Datenschutzbereich tätige Personen ebenfalls diese klare Funktionstrennung beherzigen würden).

(2) Behauptete Weitergabe von Informationen aus dem Datenschutzrat

Hier handelt es sich um eine nunmehr schon einjährige, parteipolitisch motivierte Kampagne aus dem Dunstkreis der Wirtschaftskammer/ÖVP, weil die ARGE DATEN diverse Unregelmäßigkeiten zum ZMR aufgedeckt hat und ich in meiner Funktion als Datenschutzratsmitglied diese Dinge im Datenschutzrat zur Sprache gebracht habe. Sollte jemand Bedenken haben, ob vertrauliche Informationen aus dem Datenschutzrat weitergegeben wurden, steht ihm jederzeit der Rechtsweg offen und er kann Strafanzeige erstatten. Dies macht Herr Bock ganz bewußt nicht, da er weiß, dass seine Anschuldigungen haltlos sind. Im übrigen wurde dieses Thema schon vor rund einem Jahr direkt im Datenschutzrat ausführlich und abschliessend diskutiert. Bisher war uns Herr Bock als zu unwichtig, um auf sein durchsichtiges Agitieren zu reagierten, nunmehr prüfen wir eine Klage gegen ihn.

(3) HEROLD-CD

Die ARGE DATEN arbeitet schon seit Jahren mit bestimmten Abteilungen von Herold zusammen und wir hatten bisher HEROLD als seriöses Unternehmen im Bereich Business- Informationen kennen gelernt. Aus diesem Grund haben wir auch vor unseren öffentlichen Äußerungen bei Herold über die Hintergründe der CD angefragt. Die Antworten waren durchwegs unbefriedigend, weiters mußten wir feststellen, dass das Produkt ohne datenschutzrechtliche Registrierung angeboten wurde. Eine CD mit 4 Mio. Daten in einem kurzen Gespräch zu einem Zeitpunkt zu evaluieren, zu dem die Daten gar nicht verwendet werden dürfen, ist unseriös und mußte daher von uns abgelehnt werden. Wir hätten ansonsten an einer Datenschutzverletzung mitgewirkt.

Das Angebot vom 4. September bleibt jedoch aufrecht, dass wir nach Erscheinen der CD bereit sind, nach Überlassung einer Kopie, diese, selbstverständlich kostenlos, zu evaluieren und das Ergebnis der Öffentlichkeit vorzustellen. Wobei wir jedoch nach wie vor hoffen, dass HEROLD von der Herausgabe der umstrittenen CD doch noch Abstand nimmt.

Im Mail vom 4. September wurden zusätzlich einige Fragen angesprochen, die leider bis heute nicht vollständig beantwortet wurden (der Mailverkehr liegt dem WebStandard vor, Anm.). Schon einige Tage vorher haben wir HEROLD eine umfassende Checkliste zur Berücksichtigung bei der HEROLD-CD übermittelt. Darüber hinaus kam es zu einer Anfrage von Herrn Kasperowski/HEROLD für weitergehende Beratungsleistungen, die wir entsprechend unserer Statuten beantwortet haben.

Leider hat sich die Presse/Business-Abteilung von HEROLD darauf spezialisiert, Produkte anzukündigen, nach entsprechender Kritik Änderungen/Rückzieher durchzuführen, um dann nach einigen Tagen/Wochen zu behaupten, dass die Kritik falsch sei. Wir haben uns von Beginn an auf diese Vorgangsweise eingestellt und können daher den zeitlichen Ablauf lückenlos dokumentieren und sind uns daher sehr sicher, in jedem unserer Kritikpunkte nachweisen zu können, dass wir zum jeweiligen Zeitpunkt die Sachlage völlig korrekt dargestellt haben.

Noch am 24.8 wurde von einem fertigen Produkt gesprochen, während heute die Presseabteilung behauptet, die Funktionalität des Produkts steht noch nicht fest!".

(red)

  • Artikelbild
    foto: georg lembergh
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