Auffallende Parallelen

29. Oktober 2003, 12:44
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Plagiatsvorwürfe gegen den ORF-"Persönlichkeitstest"

Wien - "Der große Persönlichkeitstest" am Samstag in ORF 1 (21.15 Uhr) soll die Österreicher via Fernsehen erschöpfend analysieren. Doch auch bei der niederländischen TV-Produktionsfirma eyeworks hat man analysiert - und bei der ORF-Produktion, die das Show-Highlight im Herbst werden soll, auffallende Parallelen zum Format "Test the Nation", an dem eyeworks die Rechte hält, gefunden. Die TV-Firma erwäge rechtliche Schritte, berichtet der "Kurier" am Freitag. ORF-Programmdirektor Reinhard Scolik betont, es gebe "kein Vorbild für den 'Persönlichkeitstest'."

"Test the Nation" ist laut "Kurier" ein Format mit acht bis zehn Sub-Shows, in der alle Aspekte einer Persönlichkeit abgetestet werden. Neben dem "IQ-Test" wird da unter anderem auch der so genannte EQ, also der "Emotionsquotient", ermittelt. Der zuständige eyeworks-Direktor Ronald van Mechem könnte sich vorstellen, vom ORF für den "Persönlichkeitstest" Lizenzgebühren einzufordern. "Fakt ist: Wir wissen nicht, wie viel sie uns geklaut haben. Nach meinen Informationen entspricht der ORF-Test aber genau dem, was wir anbieten. Wir haben unsere Lizenzen in 22 Länder verkauft und es kann nicht sein, dass der ORF unsere Rechte nicht respektiert."

Sicht

Vorab könne man nicht tätig werden, man werde sich die Show aber "genau ansehen, und wenn sie unserem Test zu nahe kommt, werden wir über weitere Schritte beraten". Wachsam ist laut "Kurier" auch schon der deutsche Private RTL, der sich die Rechte am "EQ-Test" für den deutschsprachigen Raum gesichert hat. Der "IQ-Test" war bereits auf RTL zu sehen.

ORF-Direktor Scolik ist gelassen: "Wir werden keine Lizenzgebühren zahlen", betont er. Der ORF habe sich "an keinem Muster orientiert". "Die Testfragen sind von einer US-Firma lizenziert, der strukturelle und logistische Rahmen wurde von uns im ORF entwickelt." Außerdem setze man auf Interaktivität via E-Mail oder SMS, was beim eyeworks-Format "IQ-Test" nicht der Fall sei. Van Mechem widerspricht: "Die Interaktivität ist sogar essenzieller Bestandteil unseres Formats."

Alt

Mit Plagiatsvorwürfen sah sich der ORF bereits vor rund einem Jahr konfrontiert, als die erste Staffel von "Starmania" an den Start ging. Grundy Light Entertainment, Produktionsfirma von "Deutschland sucht den Superstar", sah damals frappierende Parallelen mit dem "Superstar"-Ursprungsformat "Pop Idol". Beim ORF verwies man auf wesentliche Unterschiede.(APA)

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