AUA setzt Passagiere auf Diät

26. Oktober 2003, 19:27
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Bei Kurzflügen wird es nächstes Jahr keine Gratis-Verpflegung mehr geben - Dafür sollen einzelne Angebote verbilligt werden

Mitgebrachte Jausenpackerln - bald bei neuen Shops am Flughafen zu erwerben - oder Snacks gegen Bezahlung werden das Bild an Bord der AUA bestimmen. Dafür sollen einzelne Angebote verbilligt werden.

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Wien - Aufgrund des Konkurrenzdrucks der Billigairlines und geänderter Kundenwünsche entschloss sich nun auch die AUA-Gruppe zu einem neuen Servicekonzept. So wird es bei Flügen bis 60 Minuten kein Essen an Bord geben, bei Flügen bis 100 Minuten muss für Essen und Getränke bezahlte werden. Betroffen davon sind sowohl die Linienflüge der AUA als auch jene der Lauda Air und Austrian Arrows.

Drei bis fünf Euro

Um drei bis fünf Euro werden Lachs-Ciabatta, Tramezzini mit verschiedenen Füllungen und Salate bis hin zu Mehlspeisen und Früchten geboten. Bezahlt werden können die Speisen mit Euro und US- Dollar. Ab einer Konsumation von 20 Euro werden Kreditkarten akzeptiert.

Umgekehrt soll in der Businessclass das Catering noch verbessert werden. Nicht betroffen sind Langstreckenflüge und der Charterverkehr.

Neue Tarifstruktur

Gleichzeitig präsentierte AUA-Marketing-Vorstand Josef Burger eine neue Tarifstruktur, die auf ausgewählten Routen Preisnachlässe von 20 Prozent bringt. So gibt es in der Economy künftig fünf Tarifklassen, in der Business vier. Abhängig davon, wann und in welcher Form gebucht wird, kostet etwa der Flug Wien-Helsinki-Wien zwischen 140 und 790 Euro, exklusive Gebühren.

Ab Mitte 2004 werden auch Bonusmeilen gekürzt. Für die billigste Tarifklasse wird es nur mehr rund 125 Meilen geben, um 600 bis 800 weniger als bisher, sagte Burger auf Frage des STANDARD. Details der neuen Meilenregelung stehen noch nicht fest, weil die Lufthansa gerade am Relaunch von Miles&More arbeitet. Neu sind auch drei ausschließlich über Internet zu buchende Spezialangebote.

200.000 neue Passagiere erhofft

Burger erhofft sich durch das neue Servicekonzept 200.000 zusätzliche Passagiere, 50.000 in der Business- und 150.000 in der Economyclass. Die Einsparungen bezifferte der AUA-Vorstand mit jährlich neun Mio. Euro. Als weltweit erste Airline kann bei der AUA seit dieser Woche auch bei fünf neuen Check-in-Automaten mit Gepäck eingecheckt werden. Bisher war das nur ohne Gepäck möglich. (DER STANDARD Printausgabe, 25./26.10.2003, cr)

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    Stilles Mineralwasser gibt's weiterhin gratis - Ansonsten muss man in der Economy Cass für das Essen zahlen (Foto: Eine Stewardess bei der Arbeit)

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