700 Millionen Euro aus der EU

24. Oktober 2003, 14:03
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Italiens Außenministers Franco Frattini kennt die Einzelbeträge der Mitgliedsstaaten

Madrid - Die Europäische Union (EU) und ihre Mitgliedstaaten werden nach den Worten des italienischen Außenministers Franco Frattini im kommenden Jahr zusammen 700 Millionen Euro für den Wiederaufbau des Irak zur Verfügung stellen.

Darüberhinaus 730 Millionen für humanitäre Hilfe bis Ende 2004

"Heute werden die Mitgliedstaaten ihre Beiträge bekannt geben. Alles in allem wird sich dies für das nächste Jahr zu einer Gesamtzusage von 700 Millionen Euro summieren", sagte Frattini am Freitag auf der Irak-Geberkonferenz in Madrid. Daneben hat die EU 730 Millionen für humanitäre Hilfe über einen 18 Monate langen Zeitraum bis Ende 2004 zur Verfügung gestellt.

Deutschland trägt insgesamt rund 200 Millionen Euro zur Irak-Hilfe bei. Eine Aufstockung dieser Zusage sei nicht in vorgesehen, sagte Entwicklungshilfe-Ministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul. US-Außenminister Colin Powell hat Deutschland und Frankreich dafür kritisiert, dass sie ihren Beitrag für den Irak nicht erhöht haben. Sie hätten der Sache damit mehr gedient, sagte er in einem am Freitag veröffentlichten Interview der französischen Zeitung "Le Figaro".

Fischer: "Keine kleine Münze"

Außenminister Joschka Fischer sagte am Donnerstagabend im ZDF zu der Kritik: "200 Millionen Euro, die wir beitragen, sind keine kleine Münze und schon gar nicht in der gegenwärtigen finanziellen Situation." Der deutsche Beitrag sei vielmehr beachtlich. Zugleich mahnte Fischer internationale Kontrolle und Transparenz bei der Verwendung der Mittel an.

Der von jahrelangen Sanktionen, Misswirtschaft und zuletzt dem Irak-Krieg zerrüttete Irak benötigt Schätzungen zufolge in den kommenden Jahren Finanzhilfen von mindestens 55 Milliarden Dollar, von denen bis Donnerstag erst weniger als die Hälfte zugesagt worden war, der Hauptteil davon von den USA. Vor allem die Gegner des von den USA und Großbritannien geführten Krieges zeigen sich zurückhaltend. (Reuters)

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