Warnung vor sozialer Zeitbombe in Peru

27. Oktober 2003, 14:27
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Zuspitzung der Krise wie in Bolivien möglich

Lima - Der ehemalige Leiter der Wahrheitskommission in Peru, Salomon Lerner, hat vor einer sozialen Zeitbombe und einer ähnlich krisenhaften Entwicklung wie im Nachbarland Bolivien gewarnt. Deswegen müsse der Mehrheit der armen Bevölkerung eine größere Rolle in der Gesellschaft eingeräumt werden, sagte Lerner am Donnerstag (Ortszeit) vor Journalisten in Lima. "Ausgrenzung ist eine Zeitbombe", sagte Lerner. Wenn die Bevölkerungsmehrheit weiter das Gefühl habe, keine wirkliche Mitbestimmung ausüben zu können, dann könne diese Bombe jederzeit explodieren.

In dem Bericht der Wahrheitskommission, der der Regierung vor zwei Monaten überreicht wurde, werden die Marginalisierung der Armen, rassistische Tendenzen und ein Mangel an Verständnis für die im Hochland lebende indianische Bevölkerung als Nährkräfte von Guerillabewegungen genannt.

Die aus zwölf Mitgliedern bestehende Kommission kam zu dem Ergebnis, dass im Guerillakrieg von 1980 bis 2000 nahezu 70.000 Menschen verschwanden oder getötet wurden. Für den größten Teil dieser Opfer wurden Mitglieder der maoistischen Guerillabewegung "Leuchtender Pfad" (Sendero Luminoso) verantwortlich gemacht. (APA/AP)

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    Lautstarke Proteste in Lima

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