Tausende Haushalte ohne Strom

24. Oktober 2003, 20:08
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Schneemassen knickten nebten Bäumen auch Strommasten - 6.000 Haushalte in Oberösterreich betroffen, Steiermark am stärksten erwischt

Wien - Der Wintereinbruch in Österreich hat nicht nur ein Verkehrschaos auf den Straßen verursacht, es hat auch zahlreiche Stromausfälle gegeben. Umgestürzte Bäume und abgebrochene Äste kappten die Leitungen. Grund: "Die Bäume sind noch nicht ausgefroren und daher noch sehr weich", sagte Wien Energie-Sprecher Robert Grüneis auf APA-Anfrage. Die Schneelast sei zu hoch.

Bäume sind für den Schnee noch nicht bereit

"Die Äste verbiegen sich stärker, als wenn die Bäume durchgefroren wären", sagte Grüneis. "Die Jahreszeit ist für diesen Schnee noch nicht reif." Weil viele Bäume noch Laub tragen, war das Gewicht des Neuschnees besonders drückend.

Wien

In Wien wurde das Schadensteam verdoppelt. Am Vormittag waren über 70 Leute im Einsatz, die bereits seit dem gestrigen Donnerstagabend arbeiteten. "Viele haben sich freiwillig in den Dienst gemeldet", sagte der Sprecher. Betroffen war der Süden von Wien, wo die Gebiete über Freileitungen versorgt wird. In der Bundeshauptstadt, wo es der Strom über Erdkabel läuft, gab es keine Probleme.

6000 Ausfälle in Oberösterreich

Rund 6.000 Haushalte waren von den Stromausfällen betroffen. Am Freitagvormittag waren alle Schäden aber wieder behoben, erklärte man bei der Linz AG.

Steiermark

Tausende Stronmausfälle auch in der Steiermark, Weiz Gleisdorf und Umgebung von Graz am stärksten betroffen. Die Stromversorgung sollte in den von Ausfällen betroffenen Gebieten im Laufe des Tages zumindest provisorisch wieder hergestellt sein.

Niederösterreich

In Hochspannungsleitungen gestürzte Bäume und geknickte Äste haben in der Nacht auf Freitag auch zu Stromausfällen in Teilen Niederösterreich geführt. Die Behebung der Störungen durch EVN-Techniker war am Vormittag im Gang. Betroffen waren zu diesem Zeitpunkt noch "einige Tausend Kunden" in der Buckligen Welt und im Pittental, sagte Stefan Zach, Sprecher des niederösterreichischen Energieversorgers, auf Anfrage. Die Schäden sollten noch im Laufe des Vormittags behoben werden.

Burgenland

Der Stromausfall im Burgenland hatte heute, Freitag, größere Ausmaße als bisher angenommen. Rund 100 Ortsteile quer durch alle Bezirke des Landes waren zumindest vorübergehend ohne Strom.

Am stärksten betroffen im Burgenland war der Bezirk Jennersdorf, wo die Behebung der Schäden vereinzelt noch bis zum Abend andauern dürfte. Im nördlichen Burgenland hatte man am Vormittag die Lage weitgehend unter Kontrolle, ebenso im Mittelburgenland mit Ausnahme des Raumes Hochstraß, so Sinowatz. Anders die Lage im Bezirk Jennersdorf: "Dort wird es sicherlich noch einige Zeit dauern, bis wieder ein Großteil der Versorgung hergestellt ist." Die Leitungen seien zum Teil schwer beschädigt.

"Es wird sicherlich den heutigen Tag dauern, bis wir die Stromversorgung überall wieder hergestellt haben", meinte Sinowatz. Im Nord- und Mittelburgenland rechne man mit der Behebung der Leitungsschäden bis Mittag, "im Bezirk Jennersdorf wird es wohl noch bis zum Abend dauern."

Salzburg

Im Bundesland Salzburg war die Stromversorgung durch die starken Schneefälle nicht beeinträchtigt. "Die ganze Nacht gab es keine einzige Störung. Heute am Vormittag fiel in Fürstenbrunn (Gemeinde Grödig im Flachgau, Anm.) ein Baum auf eine Leitung, betroffen sind aber nur ganz wenige Häuser", schilderte Salzburg-AG-Sprecherin Michaela Burgstaller.

Tirol

In Tirol kam es hingegen auf Grund des Neuschnees nur zu zwei kurzen Stromausfällen, teilte die Tiroler Wasserkraft AG (Tiwag) mit. Weite Teile des Pitztales waren zwischen 23.45 und 00.30 Uhr ohne Strom. Grund war ein Baum, der auf eine 25 KV-Leitung gestürzt war. Am Vormittag kam es dann im Raum Fließ im Oberland zu einem 20-minütigen Stromausfall. Auch in diesem Fall beschädigte ein umgestürzter Baum eine 25 KV-Leitung. (APA)

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