SAP-Gewinn durch "Star" schwer belastet

17. Jänner 2000, 09:56

Hunderte Millionen Euro Kosten durch Aktienoptionsprogramm

Berlin - Der Gewinn des deutschen Softwareherstellers SAP AG wird einem Bericht der Zeitung "Die Welt" zufolge durch das Aktienoptionsprogramm "Star" schwer belastet. Bei dem derzeitigen Kursniveau der Vorzugsaktie würde das Konzernergebnis nach Steuern mit 360 Mill. Euro (4,95 Mrd. S) belastet, berichtet die Zeitung in ihrer Montag-Ausgabe. Dies sei mehr als die Hälfte des Jahresüberschusses von 550 Millionen Euro, den Branchenexperten 1999 bei SAP erwarten würden.

In dem Bericht hieß es weiter, bisher habe SAP erst 158 Mill. DM (80,8 Mill. Euro/1,112 Mrd. S) für das "Star"-Programm zurückgestellt. Die restlichen anfallenden Kosten wolle SAP über die Laufzeit des Programms von knapp drei Jahren abschreiben. Von den Aktien-Optionen seien insgesamt 1,5 Mill. Stück an die Mitarbeiter verteilt worden. Dabei seien die Optionen im April zu einem Wert von 337 Euro ausgegeben worden. Der Endpreis der Option ermittle sich an den 20 Handelstagen nach dem 24. Jänner aus dem Durchschnitt der Kassakurse.

Sollten sich die SAP-Vorzugsaktie auf dem derzeitigen Niveau von 740 Euro halten, werde pro Option ein Betrag von 403 Euro fällig. Dies ergebe bei 1,5 Mill. Optionen eine Summe von rund 600 Mill. Euro. Jede weiteren 100 Euro, die der Kurs steige, würde zusätzliche Kosten vor Steuern von bis zu 150 Mill. Euro verursachen, heiß es weiter.

Der Kurs der SAP-Vorzugsaktie ist in den vergangenen sechs Wochen um fast 90 Prozent gestiegen. War das Papier am 1. Dezember noch mit 393 Euro aus dem Handel gegangen, lautete der Schlusskurs am vergangenen Freitag 740 Euro.(APA/Reuters)

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