Nordirland: Chef der Entwaffnungskommission droht mit Rücktritt

26. Oktober 2003, 14:23
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De Chastelain will keine Details zur IRA-Entwaffnung nennen

Belfast - Der Chef der internationalen Entwaffnungskommission für Nordirland, John de Chastelain, hat mit Rücktritt gedroht, falls er zur Preisgabe von Details des Entwaffnungsabkommens mit der katholischen Untergrundorganisation IRA gezwungen werden sollte. De Chastelain und sein Stellvertreter Andrew Sens hätten mit der IRA auf Vertrauensbasis verhandelt, sagte ein Sprecher der Kommission am Donnerstag in Belfast. Sollten sie genötigt werden, darüber noch mehr als bisher zu veröffentlichen, wären sie nach eigener Auffassung in ihren Ämtern nicht mehr tragbar.

Die Medien hatten in den vergangenen Tagen darüber spekuliert, ob die Regierungschefs von Großbritannien und Nordirland de Chastelain zur Preisgabe der von der IRA vernichteten Waffen zwingen würden. Die Irisch-Republikanische Armee (IRA) hatte am Dienstag ihre Abkehr von der Gewalt erklärt und zugleich bekannt gegeben, zum dritten Mal Waffen in größerem Umfang unschädlich gemacht zu haben. Details wollte sie jedoch nicht nennen. Daraufhin weigerte sich der Protestantenführer David Trimble, sich an einer Allparteienregierung mit dem politischen Arm der katholische Untergrundbewegung, Sinn Fein, zu beteiligen. Stattdessen rief er für kommenden Mittwoch die Delegierten seiner Ulster Unionist Party (UUP) zu Beratungen über die Lage zusammen. (APA)

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