Sri Lanka fordert Abberufung des norwegischen Chefvermittlers

27. Oktober 2003, 10:42
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Wegen angeblicher Weitergabe geheimer Informationen an tamilische Rebellen

Colombo - Wegen der angeblichen Weitergabe geheimer Informationen an die tamilischen Rebellen hat die Regierung von Sri Lanka am Donnerstag die Abberufung des norwegischen Chefunterhändlers Tryggve Tellefsen gefordert. Ein entsprechendes Schreiben sei bereits an den norwegischen Ministerpräsidenten Kjell Magne Bondevik unterwegs, teilte das Büro der sri-lankischen Präsidentin Chandrika Kumaratunga in der Hauptstadt Colombo mit. Der norwegischen Vermittlungsmission wird vorgeworfen, Informationen über eine geplante Offensive der Marine gegen ein mit Waffen beladenes Schiff der Rebellen weitergegeben zu haben. Durch den Zwischenfall seien "ernsthafte Bedenken" bezüglich der Unparteilichkeit des Chefvermittlers aufgekommen.

Seit Februar vergangenen Jahres gilt ein Waffenstillstand in Sri Lanka. Die LTTE (Befreiungstiger für Tamil Eelam) kämpft seit 1983 für einen eigenen Staat der tamilischen Minderheit auf der südasiatischen Insel. Dabei kamen bisher rund 69.000 Menschen ums Leben. (APA/dpa)

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