Aufenthalt an Bord der ISS bedenklich

27. Oktober 2003, 18:03
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NASA-Wissenschafter: Zustand der Kontrolleinrichtungen in "anhaltender Verschlechterung"

Washington - Der Aufenthalt an Bord der Internationalen Raumstation ISS birgt nach Einschätzung von NASA-Wissenschaftern wegen fehlerhafter Kontrollgeräte womöglich Gesundheitsgefahren. Zwei Beamte der US-Raumfahrtbehörde hätten sich deshalb gegen den am vergangenen Samstag erfolgten Start einer neuen Langzeitbesatzung zur ISS gestellt, berichtete die "Washington Post" am Donnerstag. Die NASA-Beamten hätten eine Warnung vor der "anhaltenden Verschlechterung" des Zustands von Umwelt- und medizinischen Kontrolleinrichtungen an Bord der ISS veröffentlicht.

Seitdem die NASA wegen der Columbia-Katastrophe im Februar ihre Shuttle-Flüge zur Raumstation vorerst eingestellt habe, könnten die Geräte nicht mehr gewartet oder ersetzt werden, warnten die Forscher. Dem Bericht zufolge kann die Qualität von Atemluft und Wasser an Bord der ISS wegen der technischen Probleme derzeit ebenso wenig gemessen werden wie die Strahlenbelastung. Die Zeitung zitierte einen NASA-Mediziner, wonach die Astronauten an Bord der Raumstation unter Kopfschmerzen, Schwindelanfällen und "einer Unfähigkeit zum klaren Denken" klagten.

O'Keefe schwächt ab

Der NASA-Chef Sean O'Keefe sagte der "Washington Post" hingegen, der Aufenthalt in der ISS berge derzeit keine unmittelbare Gefahr für die Crew. Es sei jedoch möglich, dass eine Verschlechterung der Bedingungen an Bord ein Verlassen der Station binnen der kommenden sechs Monate erforderlich mache: "Wenn es irgendeinen Hinweis darauf gibt, dass es für ihr Leben oder langfristig für ihre Gesundheit gefährlich ist, heißt die Antwort: Geht an Bord der Sojus, macht das Licht aus und haut ab", versprach er mit Blick auf die ISS-Besatzung. (APA)

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