"Junger Wiener" als Szene-Event

28. Oktober 2003, 18:28
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Winzer haben sich vom Image der Heurigenseligkeit verabschiedet und inszenieren ihren Wein als Event in Szenelokalen am Gürtel

Wien - Schrammelmusi und Gmiatlichkeit - soll auch sein. Aber nicht nur. Die Wiener Winzer haben sich vom alleinigen Image der Heurigenseligkeit verabschiedet - und inszenieren ihren Wein als Event in der neuen Schickheit der Szenelokale am Gürtel.

Der steirische Junker ist insofern Vorbild, als die Wiener jetzt auch ihren Jungwein entsprechend vermarkten. Mittwochabend wurde der "Junge Wiener 2003" im Szenelokal babu vor 700 Gästen präsentiert - der zweite Jahrgang dieses Jungweines. "Im Vorjahr wurden 17.000 Flaschen bereitgestellt und offenbar verkauft", bilanziert der Wiener Bauernbund-Vize und Winzer Herbert Schilling. Wie gut die verkauft wurden, zeigt das heurige Kontingent: "Dieses Jahr sind es 47.000 Flaschen."

Eingereichte Weine

32 Winzerinnen und Winzer der Weinbauregion bieten den Jungwein an - die eingereichten Weine mussten erst die Prüfung durch eine Jury der Klosterneuburger Weinschule bestehen.

Dass der 2003er wie erwartet großes Potenzial hat, wurde bei der ersten Verkostung im babu unter Beweis gestellt - etwa der Gelbe Muskateller von Rainer Christ oder der Gemische Satz der Irene Langes; die, wie berichtet, heuer auch den zweiten und dritten Platz bei der "Winzer des Jahres"-Kür errangen. "Ich will das Wort Jahrhundertwein ja nicht in den Mund nehmen - aber so etwas wie heuer hab' ich noch nicht erlebt", macht auch Jahressieger Michael Edlmoser neugierig. (Roman Freihsl, DER STANDARD Printausgabe 24.10.2003)

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