Raketenangriff im Gazastreifen wird untersucht

25. Oktober 2003, 23:42
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Videoband soll Aufschluss geben

Jerusalem - Eine Videoaufzeichnung des israelischen Raketenangriffs auf das Flüchtlingslager Nusseirat im Gazastreifen soll die widersprüchlichen Darstellungen der Offensive klären helfen. Möglicherweise könne das Band Hinweise liefern, ob und warum so viele Zivilpersonen getötet worden seien, wie von den Palästinensern angegeben, sagte die israelische Militärsprecherin Major Sharon Feingold am Donnerstag. Bei dem gezielten Angriff am Montag waren acht Menschen getötet und etwa 75 verletzt worden.

Zwei Raketen

Auf dem von einer Drohne aufgezeichneten Band ist zu sehen, wie im Abstand von etwa einer Minute zwei Raketen auf ein fahrendes Auto abgefeuert werden. Nach dem ersten Einschlag laufen offenbar rund zwei Dutzend Menschen in Richtung des Wagens. Feingold räumte ein, dass sich zum Zeitpunkt des zweiten Einschlags Zivilpersonen auf der Straße aufgehalten haben könnten. Die Untersuchungen seien aber noch nicht abgeschlossen.

Palästinensische Sicherheitsbeamte und Augenzeugen hatten nach dem Angriff erklärt, die zweite Rakete sei auf eine Menge von Zivilpersonen abgefeuert worden. Israel hielt dem entgegen, der Angriff habe lediglich Mitgliedern der militanten Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) gegolten, und bei den meisten der Opfer habe es sich um Extremisten gehandelt. Die Palästinenser machten indessen geltend, alle Toten seien Zivilpersonen gewesen, darunter ein elf Jahre alter Bub. (APA/AP)

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