Labour-Partei schließt Kriegsgegner Galloway aus

24. Oktober 2003, 21:07
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Bush und Blair mit "Wölfen" verglichen - Abgeordneter hatte mehrfach Saddam besucht

London - Die britische Labour-Partei hat den Abgeordneten und Irak-Kriegsgegner George Galloway ausgeschlossen. Das teilte ein Parteisprecher am Donnerstag mit. Bereits im Mai war der 48-Jährige suspendiert worden, nachdem er in einem Interview mit dem arabischen Fernsehsender Abu Dhabi TV Premierminister Tony Blair und US-Präsident George W. Bush vorgeworfen hatte, "wie Wölfe" im Irak einzudringen.

Das Interview war acht Tage nach Kriegsbeginn geführt worden. Labour leitete damals eine innerparteiliche Untersuchung ein. Galloway sagte nach der Entscheidung, er sei Opfer eines "politischen Schauprozesses" geworden. Blair schließe diejenigen, die gegen den Krieg waren, aus der Politik aus und reagiere damit auf "den Fehler des Krieges". Er werde den Ausschluss anfechten und falls er damit keinen Erfolg haben sollte, bei der nächsten Wahl als unabhängiger Kandidat antreten.

"Ungesetzliche Befehle"

Im April hatte die britische Zeitung "Daily Telegraph" berichtet, dass Galloway jahrelang von der Regierung des inzwischen entmachteten und untergetauchten irakischen Präsidenten Saddam Hussein finanziell unterstützt worden sei. Entsprechende Dokumente seien im geplünderten irakischen Außenministerium in Bagdad gefunden worden. Galloway dementierte den Bericht und sprach von einer Kampagne gegen Gegner des Irak-Krieges.

Die britischen Truppen hatte Galloway während des Krieges dazu aufgerufen, ihren "ungesetzlichen Befehlen" nicht zu gehorchen. Der Krieg sei völkerrechtswidrig, und deshalb dürften sie sich nicht daran beteiligen. Zuvor hatte Galloway mehrfach Saddam Hussein besucht und ihn als mutigen politischen Führer bezeichnet. (APA/dpa)

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    George Galloway, ausgeschlossen

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