Infineon will Zusammenarbeit mit Ramaxel ausbauen

23. Oktober 2003, 17:36
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40 Prozent Marktanteil bei DRAMs in China geplant - Backend-Werk in Porto vor Ausbau

Der Münchner Halbleiterkonzern Infineon will Branchenkreisen zufolge in China mit dem Speichermodul-Hersteller Ramaxel Technology stärker zusammenarbeiten und so seinen Marktanteil erhöhen. "Mitte November könnte ein solcher Vertrag bereits unterzeichnet werden", hieß es am Donnerstag aus Branchenkreisen. Zuvor hatte bereits der asiatische Online-Fachdienst "digitimes.com" über entsprechende Absichten berichtet. Ein Infineon-Sprecher lehnte eine Stellungnahme ab.

Einer der weltweit größten Fertiger von Speicher-Modulen

Ramaxel gilt als einer der weltweit größten Fertiger von Speicher-Modulen. Infineon wolle die Zulieferung der Chips (DRAMs) an die Chinesen kräftig erhöhen, hieß es in Branchenkreisen. Durch eine engere Zusammenarbeit erhalte der Konzern möglicherweise die Chance auf Aufträge des PC-Herstellers Legend und anderer großer Computer-Produzenten. Details waren nicht zu erfahren. Infineon hat das Ziel ausgegeben, den eigenen Marktanteil bei DRAMs in China von derzeit 10 auf 40 Prozent zu steigern. In dieser Größenordnung bewegt sich derzeit der südkoreanische Konkurrent Hynix. Die Infineon-Aktie notierte am frühen Nachmittag bei 11,85 Euro (minus 2,4), während der Deutsche Aktienindex (DAX) rund 1 Prozent verlor.

Der Ausbau des Backend-Werks von Infineon in Porto ist nach wie vor geplant. Während im so genannten Frontend-Prozess die bloßen Chips auf Scheiben aus Silizium (Wafer) entstehen, werden diese im Backend zersägt, die einzelnen Speicher werden in Gehäuse montiert und getestet. Die Münchner verfügen über Backend-Werke in Malaysia und Portugal, wobei der Standort in Porto ausgebaut werden soll. Infineon will dort über einen Zeitraum von drei Jahren rund 230 Mio. Euro investieren und bis zu 600 neue Arbeitsplätze schaffen.

Pläne stehen

Ein Infineon-Sprecher bekräftigte am Donnerstag, der Konzern halte an diesen Plänen fest. Im Zusammenhang mit dem Fertigungsausbau hat Portugal früheren Angaben der EU-Kommission zufolge auch eine staatliche Förderung von knapp 77 Mio. Euro in Brüssel beantragt, die derzeit noch geprüft wird. In Branchenkreisen hieß es, mit einer Entscheidung sei in den nächsten Tagen nicht zu rechnen.

Seine Frontend-Kapazitäten hat Infineon zuletzt über Kooperationen etwa mit der chinesischen SMIC und den beiden taiwanischen Partnern Winbond und Nanya ausgebaut. Für die Weiterverarbeitung der erzeugten Produkte plant Infineon den Aufbau weiterer Backend-Kapazitäten durch die Schaffung eines Gemeinschaftsunternehmens in China. Die engere Lieferpartnerschaft mit Ramaxel dürfte helfen, Infineon dort weitere Absatzwege zu öffnen.(APA/Reuters)

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