"Intolerable Cruelty": Geld oder Liebe!

27. März 2005, 00:41
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Leinwand-Traumpaar fürs neue Jahrtausend: Catherine Zeta-Jones und George Clooney in "Ein (un)möglicher Härtefall"

Leinwand-Traumpaar fürs neue Jahrtausend: Catherine Zeta-Jones und George Clooney bekriegen und kriegen sich in "Intolerable Cruelty" (deutscher Titel: "Ein (un)möglicher Härtefall") – einer Screwball-Comedy aus der Werkstatt der Coen-Brüder.


Wien – Liebe allein macht nicht glücklich. Oder war es doch das Geld? In jedem Fall hat mittlerweile auch der Bund fürs Leben an Dauerhaftigkeit verloren. Deshalb haben findige Rechtsexperten nicht nur die Scheidung, sondern auch den Ehevertrag erfunden, dessen Zweck vor allem der Schutz des materiellen Besitzes bei abklingender Zuneigung ist.

Das "Massey-Prenup", jenes umfängliche Vertragswerk, das der findige Anwalt gleichen Namens ersonnen hat, hat dieses Anliegen so hieb- und stichfest auf den Punkt gebracht, dass es nicht nur gegnerische Anwälte, sondern auch so manche(n) Scheidungswillige(n) in Armut und Verzweiflung treibt.

Miles Massey – so heißt George Clooney in Intolerable Cruelty, dem jüngsten Film der Coen-Brüder (The Man Who Wasn't There, The Big Lebowski, Fargo, u.a.). Dieser Name ist Programm, er verweist bereits aufs Genre. Intolerable Cruelty ist ein Nachfahre der Screwball-Comedy. Und in bester Screwball-Tradition dürfen Masseys Mitstreiter, Widersacher und Klienten sich auch Donovan Donaly, Rex Rexroth, Ollie Olerud oder Heinz, the Baron Krauss von Espy nennen.

Der Film macht also auf den ersten Blick alles richtig: Die Besetzung ist solide – bis in die Nebenrollen sind hier jede Menge Charakterdarsteller am Werk. Die Ausstattung (Pastellsakkos, Gala-Stetsons, funkelnder Modeschmuck und perlweiße Anwaltszähne) unterstreicht deren Hang zur permanenten Übertreibung.

Die Erzählung dreht sich um Geschlechterkampf. Und sie verknüpft ihn mit jener ökonomischen Berechnung, die gutmütig erbrachte (oder böswillig entzogene) Liebe irgendwann auch teuer in Rechnung stellt.

Damit es richtig komisch wird, muss der erklärte Single Massey im Zuge seiner Tätigkeit jedoch noch auf eine ebenbürtige Kontrahentin treffen. Marilyn Rexroth (Catherine Zeta-Jones) schneit ihm zunächst als gegnerische Partei in die Nobelkanzlei. Es gelingt Massey zwar, den Ehegatten, den diese in flagranti von einem Detektiv hat filmen lassen, bei der Scheidung gut aussteigen zu lassen. Und zwar, weil er nachweisen kann, dass seine Gattin vorsätzlich einen reichen Tölpel geehelicht hat, um sich so ein Vermögen zu angeln.

Intrigenspiel

Zugleich entwickelt der abgebrühte Anwalt jedoch plötzlich Gefühle für die derart Ausgebootete, und diese ersinnt ihrerseits eine listige Intrige, um doch noch an ihr Geld zu kommen. George Clooney müht sich redlich, als eitler Staranwalt permanent über die eigenen Unzulänglichkeiten zu stolpern. Catherine Zeta-Jones tut das Ihre, um der kühl berechnenden Berufsehefrau Marilyn Rexroth den ein oder anderen Anflug von echter Emotion zu entlocken.

Wenn man sich an die zum Schreien komischen, klugen Komödien eines Preston Sturges erinnert oder an die furiosen Schlagabtausche zwischen Katharine Hepburn und Cary Grant (Leoparden küsst man nicht), dann wirkt der Film aber leider trotzdem eher abgebremst und häufig aus dem Tritt. Schade eigentlich. (DER STANDARD, Printausgabe, 24.10.2003)

  • Zeta-Jones vs. Clooney
    foto: uip

    Zeta-Jones vs. Clooney

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