Duell der Giganten

27. Oktober 2003, 09:52
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Alpinchef Pum: "Ein Duell Maier - Eberharter gibt es nicht" - Eberharter: "Ich kann so einen Schmarrn nicht mehr hören" - Maier: "Ich habe andere Sorgen"

Sölden - Auch wenn sich ÖSV-intern alle dagegen wehren, vor dem Weltcup-Auftakt am Wochenende in Sölden ist in der rot-weiß-roten Ski-Nation das Megaduell zwischen Stephan Eberharter und Hermann Maier das Thema Nummer eins. Auf der einen Seite der stille Tiroler (34 Jahre), seines Zeichens Olympiasieger, dreifacher Weltmeister, zweifacher Gesamt-Weltcup-Sieger und Sieger von 25 Weltcup-Rennen; auf der anderen Seite der bereits legendäre "Herminator" aus Salzburg (30), der vor seiner Comeback-Saison bei je zwei Olympia- und WM-Goldenen, drei Weltcup-Gesamtsiegen und 42 Weltcup-Einzelerfolgen hält.

"Sensationell gutes Klima"

Ein Duell, das angesichts der WM- und Olympia-losen Saison 2003/2004 nicht nur für die Medien, sondern vor allem für die Fans ein gefundenes Fressen ist. Der ÖSV und in erster Linie die beiden Hauptprotagonisten sehen das aber ganz anders. Alpinchef Hans Pum nannte die Dinge beim Namen: "Ein Duell zwischen Maier und Eberharter gibt es nicht. Das ist bei uns kein Thema, jeder im Team wird gleich behandelt. Deswegen ist das Klima in der Mannschaft auch sensationell gut."

Starke Konkurrenz um Gesamt-Weltcup

ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel, der eine persönliche Feindschaft zwischen Maier und Eberharter ausschließt, schlägt in dieselbe Kerbe. "Der Steff hat alles erreicht und kann locker in die Saison gehen. Und der Motor vom Hermann muss erst einmal wieder anlaufen, er braucht Zeit. Dieses Duell ist nicht drinnen", stellte auch Schröcksnadel klar, dass die Konkurrenz mit Leuten wie Bode Miller, Didier Cuche, Michael Walchhofer, Benjamin Raich und Co. einfach zu stark ist, um die Frage nach dem Weltcup-Champion auf zwei Namen zu reduzieren.

Hochstilisierter Zweikampf

Eberharter hat bereits vor dem ersten Rennen der Saison die Fragen nach Maier und einem möglichen Duell mehr als satt. "Ich kann so einen Schmarrn nicht mehr hören. Wir gehen mit Respekt und Anstand miteinander um. Ich muss meine Erwartungen erfüllen und nicht die der Sponsoren, der Offiziellen oder der Medien. Ich stehe über diesen Dingen", erklärte der Zillertaler schroff. Auch Maier will sich mit diesem hochstilisierten Zweikampf nicht auseinander setzen: "Für die Medien ist es natürlich ein gefundenes Fressen. Ich habe aber andere Sorgen, möchte das Jahr halbwegs schmerzfrei durchfahren können", betonte der Flachauer vor dem Saisonstart.

Bode Miller mit beeindruckenden Zeiten

Und es spricht anscheinend auch wirklich einiges dafür, dass die zwei ÖSV-Superstars zum Auftakt in Sölden gegen mächtige Konkurrenz zu bestehen haben. Topfavorit auf den Sieg scheint nämlich US-Boy Bode Miller zu sein, der mit beeindruckenden Trainingsleistungen für Aufsehen gesorgt hatte. "Nach den Quali-Läufen in Sölden denke ich, dass wir zwei uns warm anziehen müssen", so Maier, der auf die starken Miller-Zeiten Bezug nimmt. Und auch ÖSV-Youngster Hannes Reichelt hat für Sölden andere als Maier und Eberharter auf der Rechnung: "Für Platz eins in Sölden kommen andere in Frage, da bin ich mir ganz sicher." (APA)

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