Schnee in ganz Österreich

24. Oktober 2003, 18:49
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60 Zentimeter Neuschnee am Wechsel - Autobahnen zeitweise blockiert - zahlreiche Verkehrsunfälle

Wien - Temperaturen bis weit unter dem Gefrierpunkt. In manchen Regionen die jahreszeitlich frühesten Schneefälle seit Wetteraufzeichnungen, Verkehrsbehinderungen und Unfälle. So stellte sich die Situation in der Nacht auf Freitag und in den Morgenstunden in weiten Teilen Österreichs dar. Hinzu kamen noch Stromausfälle in zahlreichen Gemeinden.

Zwei Verkehrstote

Im Laufe des Freitag normalisierte sich die Situation schließlich wieder. Bei wetterbedingten Verkehrsunfällen in Oberösterreich und in der Steiermark gab es zwei Todesopfer.

Acht Zentimeter Schnee in Wien

Schneebedeckte Bäume und tief winterliche Verkehrsbedingungen herrschten Freitag früh in der Bundeshauptstadt Wien. Dort lagen bis zu acht Zentimeter Schnee. In Wien sowie in Eisenstadt (zwei Zentimeter Schnee) und Graz (acht Zentimeter) wurden damit die frühesten Schneedecken seit Beginn der Aufzeichnungen der Meteorologen gemessen.

Straßensituation durch Temperaturanstieg entschärft

Auf den Wiener Straßen entschärfte sich die Situation im Laufe des Vormittags "komplett". Durch die steigenden Temperaturen hat sich das Schnee-Problem teils auch von selbst gelöst, berichtete Thomas Stähler vom Winterdienst der Stadt Wien. Vereinzelte Probleme seien lediglich durch nicht gestreute Gehsteige sowie durch abgebrochene Äste entstanden.

Situation im Griff

In der Bundeshauptstadt war man seit den Morgenstunden mit bis zu 160 Räum- und Streufahrzeuge sowie etwa 1.500 Mitarbeiter der Straßenreinigung im Einsatz gestanden. Durch die Vorwarnungen der Meteorologen seien aber bereits am Donnerstag die notwendigen Vorbereitungen getroffen worden. Weitestgehend habe man die Lage "im Griff" gehabt. Zu Stromausfällen war es vorübergehend im Süden Wiens gekommen.

Massive Verkehrsbehinderungen am Wechsel

Massive Verkehrsbehinderungen gab es in der Nacht auf Freitag und in den Vormittagsstunden in weiten Teilen Niederösterreichs. Zentrum war der Wechsel-Abschnitt der Südautobahn (A 2). Dort waren Hunderte Fahrzeuge vor allem wegen fehlender Winterausrüstung hängen geblieben. Im Wechsel-Gebiet gab es bis zu 60 Zentimeter Neuschnee. Die Autobahn war zeitweise blockiert. Das Rote Kreuz der Einsatzstellen Neunkirchen und Hartberg rückte aus, um rund 500 Autofahrer mit Decken und Tee zu versorgen.

Teilweise Sperren auf der A2

Die A2 war von 4.15 Uhr bis 9.00 Uhr ab Edlitz gesperrt. Auf der Westautobahn hatte sich gegen 2.00 Uhr früh bei Haag ein Lkw quer gestellt und alle drei Spuren blockiert. Ein zweiter Lastwagen prallte in das Wrack. Eine drei Stunden lange Sperre war der Route war die Folge. Freitag Nachmittag gab es laut ARBÖ nur noch Probleme auf der A2 bei Pinggau.

Massenkarambolage auf der A2 in der Steiermark

Zu einer Massenkarambolage ist es Freitagmittag in der Steiermark auf der A2 zwischen Aspang und Schäffern in der Steiermark gekommen. Wie der ÖAMTC mitteilte, waren zwölf Pkw in den Unfall verwickelt. Unfallursache dürfte die schneeglatte Fahrbahn gewesen sein. In der restlichen Steiermark hatte sich sich die Verkehrssituation inzwischen laut Autofahrerclub aber entspannt. Auch die Stromversorgung sollte in den von Ausfällen betroffenen Gebieten im Laufe der folgenden Stunden zumindest provisorisch wieder hergestellt sein.

Auffahrunfälle

Die Auffahrunfälle ereigneten sich gegen 11.15 Uhr auf der Südautobahn. Das Rote Kreuz sprach von vier Leichtverletzten. Die Strecke Richtung Graz musste komplett gesperrt werden. Der Verkehr wurde über die B 54 umgeleitet. Deutliche Entspannung gibt es in der restlichen Steiermark. Im Großen und Ganzen seien alle Sperren aufgehoben.

ÖAMTC warnt vor spiegelglatten Straßen

Der ÖAMTC warnte die Autofahrer aber auch weiterhin vor dem Frost, der auch Samstagfrüh auftreten könnte: "Durch den starken Temperaturabfall werden die Fahrbahnen spiegelglatt werden". Freitag Nachmittag waren die Spike-Verbote in Tirol, Salzburg, Oberösterreich und Kärnten aufgehoben. Beim ARBÖ erklärte man, dies sollte auch für die anderen Bundesländer überlegt werdenn. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit forderte die Einführung einer Winterreifenpflicht zwischen Oktober und Ostern per Verordnung. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Der Wintereinbruch führt zu zahlreichen Verkehrsbehinderungen auf Österreichs Straßen.

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