China: Uiguren-Führer in Xinjiang hingerichtet

25. Oktober 2003, 17:20
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Peking verschärft Vorgehen gegen islamische Separatisten

Peking - Die chinesischen Justizbehörden in der mehrheitlich moslemischen Nordwestregion Xinjiang (Sinkiang) haben einen militanten Anführer der Volksgruppe der Uiguren hinrichten lassen. Die Todesstrafe gegen Wujimaimaiti Abasi sei nach einem Urteil wegen illegaler Herstellung, Verkaufs und Lagerung von Waffen und Sprengstoff vollstreckt worden, teilte ein Gerichtsvertreter am Donnerstag in Khotan mit. Abasi sei der "Führung einer terroristischen Organisation" sowie "Separatismus" für schuldig befunden worden.

Nach Informationen der Hongkonger Tageszeitung "Wen Wei Po" war Abasi seit 1995 eines der wichtigsten Mitglieder der "Islamischen Gottespartei für Ostturkestan" und soll eine Rolle bei den antichinesischen Aufständen 1997 in Gulja gespielt haben.

Xinjiang beherbergt Atomanlagen und Raketenabschussbasen

Xinjiang, das Chinas Atomanlagen und Raketenabschussbasen beherbergt, wurde in den vergangenen Jahren immer wieder von schweren Unruhen erschüttert. In mehreren Städten der Region mit ihrer mehrheitlich nicht-chinesischen Bevölkerung war es zu Straßenkämpfen zwischen Separatisten und Sicherheitskräften gekommen. Gegen pro-chinesische uigurische Funktionäre wurden Attentate verübt, der Imam der Großen Moschee von Kashgar fiel einem Mordanschlag zum Opfer. Neben dem Turkvolk der Uiguren leben in Xinjiang auch Kirgisen, Kasachen und Tadschiken - deren Landsleute in der früheren Sowjetunion heute über eigene Staaten verfügen - unter chinesischer Herrschaft.

Peking hatte 1996 Sondertruppen nach Xinjiang verlegt und eine groß angelegte Anti-Separatismus-Kampagne in Gang gesetzt. Nicht näher bezeichnete "feindliche ausländische Organisationen" wurden von den chinesischen Behörden beschuldigt, den Separatismus zu schüren.

Die chinesische Regierung hatte ihre Genugtuung über die Entscheidung der USA ausgedrückt, die uigurische Separatisten-Organisation "Islamische Bewegung Ostturkestans" auf die Liste "terroristischer Organisationen" zu setzen. Das chinesische Außenministerium behauptete, dass es zwischen den uigurischen Separatisten und dem Terrornetzwerk Al Kaida von Osama bin Laden Verbindungen gebe. Trotz Warnungen westlicher Führer nutze die kommunistische Führung Chinas den internationalen Kampf gegen den Terrorismus aus, um verschärft gegen Regimekritiker und Minderheiten vorzugehen, erklärten Menschenrechtsgruppen. (APA)

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