London kürzt zugunsten des Iraks

24. Oktober 2003, 12:21
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Auslandshilfen für "Länder mittleren Einkommens" um 100 Millionen Pfund verringert

London - Großbritannien will einen Teil seiner Entwicklungshilfe in Zentralasien und Osteuropa zugunsten von Irak kürzen. Von der Maßnahme betroffen seien "Länder mittleren Einkommens", denen in den Jahren 2005 und 2006 dadurch "um die 100 Millionen Pfund" (144 Millionen Euro) entgingen, kündigte der britische Entwicklungshilfeminister Hilary Benn am Donnerstag an. Die Hilfsgelder sollten "in Anbetracht der Bedürfnisse in Irak" umverteilt werden. Benn betonte, dass im besagten Zeitraum mehr als eine Milliarde Pfund zusätzlich fließen und die Auslandshilfen der britischen Regierung sich dadurch auf über 4,5 Milliarden Pfund erhöhen würden.

Eine Sprecherin der britischen Hilfsorganisation Oxfam nannte die geplanten Kürzungen "einen echten Skandal". Davon wären auch "sehr arme Länder wie Bolivien" betroffen, in denen der Großteil der Bevölkerung in Armut lebe, sagte sie der britischen Tageszeitung "The Guardian". Zur Finanzierung des Wiederaufbaus in Irak beginnt am Donnerstag die internationale Geberkonferenz in Madrid. (APA)

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