Flüchtlingsstrom auf Lampedusa reißt nicht ab

23. Oktober 2003, 10:11
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Erneut 150 Menschen festgenommen - Italien will illegaler Einwanderung auf EU-Ebene begegnen

Rom - Der Strom der Flüchtlinge über das Mittelmeer nach Italien reißt nicht ab. Am Mittwochabend landete erneut ein völlig überladenes Boot mit 150 illegalen Einwanderern auf der Insel Lampedusa südlich von Sizilien. Die Passagiere kämen aus Pakistan, aus Palästina und aus mehreren westafrikanischen Ländern. Sie seien bei guter Gesundheit, teilten die Behörden mit.

Bis zu 5.000 Euro bezahlen die Flüchtlinge aus Marokko, Tunesien, Sierra Leone und anderen afrikanischen Staaten für die Überfahrt. Dafür werden sie von Schleppern in Tunesien auf ein winziges Fischerboot gebracht, so die sizilianischen Behörden. Sie vermuten Verbindungen zwischen internationalen Schieberbanden und sizilianischen Mafia-Clans, die den Menschenhandel über das Mittelmeer kontrollieren.

Die Regierung in Rom scheint machtlos zu sein. Seit Wochen streiten die Regierungsparteien darüber, wie der Immigrantenstrom gestoppt werden soll. Italien, das ab 1. Juli den EU-Vorsitz übernommen hat, will die Debatte über gesamteuropäische Maßnahmen zur aktiven Bekämpfung der illegalen Einwanderung zur Priorität seiner Amtsausübung machen. (APA)

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    Die Neuankömmlinge in Lampedusa

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