Mafiajäger: Die Banken in Österreich in Gefahr

22. Oktober 2003, 22:21
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Bürgermeister von Palermo warnt:"Ein Land, in dem Steuerhinterziehung ein Kavaliersdelikt sei, biete Nährboden für die Mafia"

Salzburg - Der italienische Mafiajäger, frühere Bürgermeister von Palermo und jetzige Oppositionsführer im sizilianischen Parlament, Leoluca Orlando, warnt davor, dass Österreich zum gesuchten Ort für Mafiaaktivitäten werde.

Steuerhinterziehung ein Kavaliersdelikt

Ein Land, in dem Steuerhinterziehung ein Kavaliersdelikt sei, biete einen hervorragenden Nährboden für die Mafia: "Ein Kavaliersdelikt ist gefährlicher als ein Raub. Ein Raub ist ein Raub, aber ein Kavaliersdelikt ist eine kulturelle Kriminalität. Der Respekt vor dem Gesetz ist dahin", sagte Orlando in Salzburg. Deshalb sei auch bei den Banken eine Gefahr, die jedoch "aufmerksam geworden seien".

Orlando verlangt eine "Kultur der Legalität". Zwar sei das Land nicht durch die Mafia infiltriert, aber man könne nicht sagen, es gebe keine Gefahr. Die Mafia agiere heutzutage nicht mehr im Namen von Ehre oder Freundschaft. Ihre Werte seien Reichtum und Erfolg, erklärte der italienische Politiker. (DER STANDARD Printausgabe 23.10.2003)

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