Lenkerberechtigung nur mehr in vier EU-Staaten unbefristet

31. Oktober 2003, 19:49
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Kommissarin Loyola de Palacio fordert regelmäßige Erneuerung aller Führerscheine für bessere Kontrollen

Brüssel - Die Einhaltung der Verkehrsregeln muss besser überwacht werden. Das sei viel wichtiger, als ein niedrigerer Grenzwert für Alkohol im Blut oder etwas strengere Tempolimits, sagte die zuständige Kommissarin Loyola de Palacio am Mittwoch in Brüssel.

Promille

So seien in Großbritannien 0,8 Promille erlaubt, dennoch gebe es nur 60 Verkehrstote pro einer Million Einwohnern. In Griechenland seien hingegen 0,5 Promille vorgeschrieben, es gebe aber 196 Verkehrstote je einer Million Menschen. Kontrollen wären effizienter, wenn sie schwerpunktmäßig an Freitag- und Samstagabenden dort erfolgen, wo viele Lokale sind.

Regelmäßige Erneuerung

De Palacio stellte ihre Vorschläge für eine regelmäßige Erneuerung aller Führerscheine vor. Bisherige Fahrberechtigungen seien dadurch nicht betroffen, betonte sie, neue schon. "Behalten Sie nur den Führerschein, auch wenn sie 99 Jahre alt werden" sagte sie einem deutschen Journalisten auf dessen Frage, ob er seinen Führerschein nun abgeben müsse.

Allerdings werde die Lenkerberechtigung nur mehr in vier EU-Staaten unbefristet vergeben: in Österreich, Deutschland, Frankreich und Belgien. Die Mutter einer ihrer Freundinnen sei noch im Jahr 2000 als 90-Jährige mit einem Foto aus dem Jahr 1932 unterwegs gewesen, sagte de Palacio. Dieses Foto sei sehr attraktiv, aber "nicht sehr hilfreich" gewesen, wenn es darum ging, die Lenkerin zu identifizieren.

Deshalb wolle die EU alle zehn Jahre eine Erneuerung der Fahrberechtigung vorschreiben. Ob damit Prüfungen oder andere Verpflichtungen verbunden werden bleibe den Mitgliedsländern überlassen. "Wir respektieren die Unterschiede und Kompetenzen der Mitgliedsländer", betonte die Kommissarin. (APA)

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